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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1909-01-01 · 1 (1.1909) · p. Seite 13

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
21 (1909)
Issue
1 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 13 (sequence 18)
Language
German
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n gemeinden wäre als Vorber.eitungsaktion zur Behebung der Gleichgültigkeit unter den Juden sehr zu begrüssen. Aber um das Interesse der Juden an dieser Organisation zu heben, muss man es genau so machen, wie es der Staat und das Land getan haben und tun müssten. Um das Interesse weiterer Volks - kreise zu wecken, bezw. um das Interesse der breiten Massen in das richtige Geleise zu lenken, muss man auch hier die grossen Kreise heranziehen, welchen man auch in der Kultusgemeinde das Wahlrecht »schaffen muss, welche es jetzt noch nicht haben. In welcher Form dies geschehen soll, ist nicht Sache meines Referates. Ein grosser Fehler dieser Organisation ist es aber auch, dass man sich umdie Jugend, den Nachwuchs, fast gar nicht kümmert, und daraus mag dann die Gleichgültigkeit der aus einer solchen vernachlässigten Jugend herangewachsenen Generation erklärt werden. Es sind fast ausnahmslos sehr alte Herren, welche in der Kultusgemeinde die wichtigsten Funktionen versehen. Meine Herren! Ich verehre zwar das Alter, aber ich bin der Ansicht, dass man endlich auch hier zu der Ueberzeugung kommen sollte, dass man nur mit, niemals aber ohne oder gegen die Jugend Erfolge erreichen kann, und deswegen sollte man auch in den Kultusgemeinden der Jugend die Tore öffnen. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) An den Vortrag schloss sich eine überaus anregende Diskussion an. Als erster ergriff das Wort Reichsratsabgeordneter Dr. 0 f n e r, welcher zunächst zwei hervorragende Eigenschaften des Referenten hervorhob. Die eine dieser Eigenschaften bestehe darin dass er scheinbar unpolitisch, und dass er bemüht war, uns einen völlig unbefangenen Einblick in ein gewaltiges und wichtiges Thema zu geben, und dass er imstande war, uns alle derart zu belehren, dass wir mit einer wirklichen Bereicherung unseres Wissens von hier weggehen können. Das ist für politische Kreise von ausserordentlicher Wichtigkeit. Wir gedenken, in unserem Vereine derartige Besprechungen zu systemisieren, Themen von unbefangenem Gesichtspunkte aus zu betrachten, so dass wir unseren Mitgliedern ein Gebiet, sei es nun öffentlichen, sei es nun privaten Rechtes eröffnen und dadurch ihnen die Möglichkeit geben, selbst zu denken, selbst zu urteilen, denn das ist die Grundlage aller Demokratie, aller Verfügung des Volkes über seine eigenen Angelegenheiten, dass es wisse, um was es sich handelt, um auf Grund dieses Wissens über Pläne und Massregeln für oder gegen eine gewisse Richtung urteilen zu können. Die zweite Eigenschaft des Herrn Vortragenden bestand darin, dass er sich nicht beschränkt hat auf das Thema, das ihm, ich möchte sagen, unmittelbar gegeben war, den Boykott oder die Erklärung des Ministerpräsidenten bezüglich des jetzigen Boykotts zwischen Deutschen und Tschechen, sondern dass er uns das ganze Gebiet

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