Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 20 (1908)
- Issue
- 12 (12.1908)
- Date
- 1908-12-01
- Page
- Seite 27 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9756662-9603886-9604258--2137-9604287- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
27 Korrespondenzen. Wien. (Lektor Mayer Friedmann) ist nach nur dreitägiger Krankheit im Alter von 78 Jahren am 23. v. M. verschieden. Am 10. Juli 1831 in Harasdi (Ungarn) geboren, erhielt er seine talmudischrabbinische Ausbildung an mehreren Jeschiboth seines Heimatlandes und gab als erste Frucht seiner Forschungen im Jahre 1864 einen Kommentar zum Sifre heraus. Im gleichen Jahre folgte er einem Kufe an das von Dr. Jellinek hierselbst begründete Beth-Hamidrasch, dem der bevorzugte Teil seiner Lehrwirksamkeit zugewandt blieb. Seine allsabbatlichen Vorträge über . Pentateuch mit Kaschi erfreuten sich eines großen Zuhörerkreises. An weiteren Publikationen liess er folgen: eine kritische Ausgabe der Mechilta (1870) und der Pesikta rabbati (1880), einen Kommentar zu Mischle (1878), eine Monatsschrift Beth Talmud (1881—1886) und zahlreiche kleinere Aufsätze wissenschaftlichen, zumal exegetischen und zeitgeschichtlichen Inhalts. Eine kritische Ausgabe des Sifra, mit der er bis in die letzten Tage seines Lebens beschäftigt war, ist unvollendet geblieben. Seit Eröffnung der Jüdisch- Theologischen Lehranstalt wirkte er als Dozent für Talmud und Midrasch an diesem Institut. Lomnitz. (B i c h t i g s t e 11 u n g.) Im »Union-Kalender« für das Jahr 5669 gleich 1908/9 ist die Liste der Mitglieder des hiesigen Kultusvorstandes unrichtig wiedergegeben. Dieselbe soll richtig folgendermaßen lauten: Kultusvorsteher: Georg Deutsch, Vo'rsteher-Stellvertreter: Ignaz Gerstmann, Beirat: Julius Schulz, Ausschußmitglieder: Leopold Bauer, zugleich Tempelvorsteher, Adolf Haas, Moritz F 1 a 11 e r, Elias Z e i s e 1, Max Z e i s e 1. Brüx. (Israel. K u 11 u s g e m e i n d e.) Der Ausschuß der israel. Kultusgemeinde hat unter dem Vorsitze des Herrn Dr. Josef H ä u 11 e r folgenden Beschluss einstimmig gefasst: „In dankbarer Würdigung der 25 jährigen, unermüdlichen, aufopferungsvollen, segens- und erfolgreichen Amtstätigkeit des Herrn Dr. Josef Spitz als Vorsteher der israel. Kultusgemeinde Brüx wird mit einem Betrage von 2500 Kronen eine wohltätige Stiftung gegründet, die den Namen „Dr. Josef und Friederika Spitz-Stiftung" führen soll. Die Zinsen dieser Stiftung sollen einer armen israelitischen Braut, die im Sprengel der Kultusgemeinde Brüx ihren Wohnsitz hat, verliehen werden. Die Verleihung erfolgt zur Erinnerung an das 60 jährige Jubiläum des Kaisers am 2. Dezember jedes Jahres. Sollte sich keine würdige Bewerberin finden, so werden von dem Zinsenbetrag 20 Kronen der armen Familie eines Reservisten, der in dem betreffenden Jahre zur Waffenübung einberufen wurde, übermittelt." — Der Vorstand wurde ersucht, geeignete Vorschläge, betreffend eine besondere Ehrung des Herrn Dr. Spitz aus Anlass seines 25 jährigen Jubiläums, zu erstatten. — Ferner wurde über Antrag des Herrn Dr. B. Gutwillig einstimmig beschlossen, anlässlich des 60 jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers den definitiv angestellten Beamten der Kultusgemeinde das Jahr 1908 äls doppeltes Dienstjahr anzurechnen. Komotau. (Ein bezeichnendes Verbot.) Wie überall, fand am Dienstag, den 1. Dezember auch in unserer Synagoge ein Jubiläums- Festgottesdienst statt, bei welchem außer dem „Königspsalm" von Lewandowsky auch eine vom Direktor der k. k. Lehrerbildungsanstalt in Komotau gedichtete und vom Musiklehrer derselben Anstalt kom-