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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-11-01 · 11 (11.1908) · p. Seite 24

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
11 (11.1908)
Date
1908-11-01
Page
Seite 24 (sequence 29)
Language
German
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24 arbeitender Frauen in Prag, 3 der israel. Landeslehrer- Verein in Böhmen, 2 der Oesterr. Eisenbahn-Beamten-Verern nnd 5 halbe Freiplätze der Beamten-Verein in Wieu. Es befreit jeder der ganzen Freiplätze von der Zahlung des ganzen Schulgeldes per K 200.— und jeder der halben Freiplätze von der Zahlung des halben Schulgeldes per K 100.—. Die stempelfreien Gesuche, belegt mit Standesausweis, Mittellosigkeitszeugnis und dem letzten Schulzeugnisse .*iud in den Einreichuugsprotokollen der genannten Behörden und Vereine bis lf>. November d J. einzureichen. Die Verleihung erfolgt durch die Behörden direkt. Lemberg- (DieVerarmunng der jüdischen Bevölkerung.) In der Landtagssitzung vom 3. d. M. erklärte Landesaasschussbeisitzer Dr. Jahl in Beantwortung eher Interpellation der Abgeordneten Dr. Low engte in und Genossen, dass der Landesausschuss auf Grund von Daten, die nunmehr gesammelt werden, die Ursachen der Verarmung der j ü d ischen Bevölkerung in.Galizieu eingehend prüfe uud in dieser Angelegenheit eine Enquete einberufen werde, um gemäss den Ergebnissen der Untersuchung mit der Regierung Verhandlungen einzuleiten. Budapest. (Die Juden und die Wahlreform.) In den letzten Tagen haben einige Mitglieder der klerikalen Volkspartei, denen man nicht mit Unrecht antisemitische Neigungen nachsagt, einen Versuch unternommen, um die Wahlgesetzvorlage in einer ganz eigenartigen Weise zu modifizieren. Die betreffenden Politiker haben nämlich herausgefunden, dass das von dem trafen Julius Andrassy geplante Pluralitätswahlrecht den Juden in Ungarn eine grosse politische Einflussnahme bei den Wahlen gewährt, die in einzelnen wichtigen Wahlbezirken sogar die Bedeutung einer Entscheiduug erlangen kann. Das Pluralitätswahlrecht gewährt zirka vier Millionen Stimmen im Verhältnis zu den gegenwärtigen 1,100.000 Stimmen der gesamten Wählerschaft. Je eine Stimme erhalten l,5f-O.O0O Wähler, die lesen uud schreiben können, was fast ausnahmslos bei der jüdischen Bevölkerung Ungarns der Fall ist. Jedoch nicht nur diese eine Stimme, sondern auch zwei und drei Stimmen werden die meisten der jüdischen Wähler aus dem Grunde haben, weil bei jenen 886.000 Wählern, die je zwei Stimmen erhalten, dieses Doppelstimmrecht an die folgende Qualifikation gebunden ist: entweder hat der betreffende Wähler die vier unteren Klassen einer Mittelschule absolviert oder hat er eine Person angestellt, fünf Jahre bei demselben Dienstgeber verbracht oder beim Militär gedient oder aber er besitzt drei Kinder. Diese Bestimmungen, ebenso wie jene, die 218.000 Wählern drei Stimmen verleihen (die eine Mittelschule absolvierten oder eine direkte Besteuerung von 100 Kronen jährlich bezahlten), weisen viele der jüdischen Wähler auf, da Aerzte, Advokaten, Kaufleute, ja selbst viele Beamte in grösseren Etablissements und Unternehmungen, ja selbst An^ gestellte in Wareuhä.sern etc. etc über die geforderten Qualitäten verfügen, so zwar, dass der Eiufluss der Juden bei den Wahlen auf Grund der Andrassyschen Wahlreform ein aehr wesentlicher wäre. Dies gibt den antisemitischen Politikern in Uugarn viel zu denken und man wollte nun den Grafen Andrassy zu einer Modifikation des Pluralwahlrechtes bewegen. Diese Bestrebungen scheiterten aber au der schroffsren Ablehnung des ungarischen Minrsters des Innern, der betoute, dass es nicht nur eine Pflicat des Liberalismus sei, allen Konfessionen gegenüber gleiche Rechte walten zu lassen, sondern dass auch die In relligenz, der Patriotismus der Juden sowie die höhere Steuerleistung derselben jene Vorzugsstellung durchaus berechtigt erscheinen lassen, die sie wie alle anderen Wähler, denen die Pluralität eine Hevorzugung gewährt, unbedingt verdienen und an der das ungarische Kabinett nicht das geringste zu ändern gewillt sei. Berlin. (Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus) hielt in Berlin seine diesjährige Generalversammlung ab. Die Versammlung eröffnete der Vorsitzende Dr. Th. Barth, der den beiden verstorbenen Vorstandsmitgliedern Charles Hallgarten-Fraukfurt a. Main und Sanitätsrat

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