Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 20 (1908)
- Issue
- 11 (11.1908)
- Date
- 1908-11-01
- Page
- Seite 23 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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\ » Obmann des Z e n t r al v e r e i n s zur Pflege jüdischer Angelegenheiten. Insbesondere in letzterem Vereine wirkte er durch mehr als zwei Dezennien mit rastloser Hingebung, und sein Hauptstreben galt mit bestem Erfolge dem einträchtigen Zusammenwirken aller in diesem Vereine vertretenen Richtungen. Gar oft entschied sein treffliches Wort die Lösung mancher heiklen Frage, und noch wenige Tage vor seinem Tode brachte er, mit Ueberwindung körperlichen Ungemachs, das Opfer, einer bis in die späten Nachtstunden währenden Ausschussitzung zu präsidieren. Das Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer Trauerkundgebung seltener Art; die weite Zeremonienhalle des israelitischen Friedhofes konnte die Zahl all jener nicht fassen, die aus allen Schichten der Bevölkerung herbeigeströmt waren, um diesem seltenen Mann die letzte Ehre zu erweisen. Sämtliche Rabbiner Prags mit Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld an der Spitze, die Kultusgemeinderepräsentanz mit den Präsidenten Dr. Rosenbacher und Dr. B e n d i e n e r, sämtliche jüdische Humanitätsvereine Prags mit ihren Repräsentanten, der Gesamtausschuss des Zentralvereines zur Pflege jüdischer Angelegenheiten, das Direktorium des israelitischen Krankenhauses mit sämtlichen Zöglingen desselben, dann die Vertreter der Prager Handelskammer, deren Mitglied der Verblichene war, der Ausschuss des Schriftstellervereines „Konkordia" die Präsidenten des Handelsgerichtes, Hofrat Sindelaf und Ritter des Loges mit dem gesamten Grenium, Hofrat Klein und Oberlandesgerichtsrat Dr. Unger, Abgeordneter Alexander R i ch t e r und noch unzählige andere waren erschienen. Laut ausdrücklicher letztwilliger Verfügung unterblieben alle Grabreden, nur Rabbiner Dr. Deutsch vom Regierungsjubiläumstempel hielt an der Bahre eine kurze und empfindungsreiche Ansprache. Und als sich die Erde schloss über der sterblichen Hülle Philipp Falkowicz' wurde man so recht inne, was die Prager Gemeinde an diesem arbeitsfrohen und hilfsbereiten Manne verloren hatte und welche empfindliche Lücke sein Hinscheiden für dieselbe bedeutet. Für ihn gilt aber, — wenigstens in dem begrenzten Kreise seines Wirkungsbereiches, — das Dichterwort: „Wer den Besten seiner Zeit genug getan, Der hat gelebt für alle Zeiten!" Prag. (33 Freiplätze an der Handelsschule Wertheimer, Prag, Pofic 6) gelangen am 4. Jänner 1909 wieder zur Besetzung. Hievon verleiht: 3 das Reichs-Kriegsministerium in Wien an Kinder von k. u. k. Militärs, 3 die Statthalterei für Böhmen an Kinder von Staatsbeamten oder Dienern, 3 der Landesschulrat für Böhmen an Kinder von Lehrern, 3 der Bürgermeister von Prag an arme, christliche Bewerber, 3 die Kultusgemeinde Prag an arme, israelitische Bewerber, 1 der Kaiser Franz Joseph-Jubiläumsfond in Kamenitz a. d. Linde, ldasallgem. israel. Knabenwaisenhaus für Böhmen, 1 der Kreuz er-Verein für israel. Waisenmädchen in Böhmen, 3 der Verein zum Wohle hilfsbedürftiger Kinder, 2 die Sektion