Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 20 (1908)
- Issue
- 11 (11.1908)
- Date
- 1908-11-01
- Page
- Seite 20 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Sekretär des Landesverbandes zur Hebung des Fremdenverkehrs, Dr. Heinrich Röhn. Das ist ein ganz kurioser Herr. Seine Berufsstellung, die ihn verpflichtet, Angehörigen aller Nationen und Konfessionen den Aufenthalt in dem schönen Tirol so angenehm als möglich zu machen und den Fremdenverkehr ohne Rücksicht auf Abstammung und Glauben der Fremden zu lieben, behindert ihn durchaus nicht, sich öffentlich als einen exklusiv deutschnationalen und antisemitischen Politiker zu bekennen. Am 4. November äusserte er sich in einer WählerYersammlung folgendermassen : „Für Tirol und insbesondere auch für Innsbruck kommt in erster Linie der Fremdenyerkehr in Betracht, der heute im wirtschaftlichen Leben unserer Bevölkerung wohl« die Hauptrolle spielt. Ich kann die Versicherung geben, dass ich, falls die Wahl auf mich fällt, nicht nur aus beruflichem Interesse, sondern auch mit vollster persönlicher Hingabe für die Förderung des Fremdenverkehrs eintreten werde. Im Fremdenverkehr ist gegenwärtig ein solches Kapital an Geld und Arbeitskraft investiert, von ihm sind so zahlreiche wirtschaftliche Existenzen abhängig, dass es geradezu einen wirtschaftlichen Ruin für die Stadt und das ganze Land bedeuten würde, wenn diese Erwerbsquelle versiegen oder auch nur eingeschränkt würd e." Und gleich darauf griff Herr Dr. Röhn die Juden mit folgender ordinärer Pauschal Verleumdung an : W " .............«miin«IH H"Wi«»"">illi' „Die ehrlich arbeitenden Stände haben ein Recht, zu ver langen, dass sie nicht um die Früchte ihrer Arbeit durch schwindelhafte Praktiken gebracht werden, zu denen sie selbst nicht fähig sind. Da es sich h i e b e i vielfach um Geschäftsmethoden handelt, die das Judentum in das geschäftliche Leben eingebürgert hat, möchte ich bei dieser Gelegenheit erklären, dass wir vom Standpunkte unseres deutschnationalen Programmes aus den schädlichen jüdischen Einfluss auf wirtschaftlichem Gebiete rücksichtslos zu bekämpfen bereit sind, aber auch vom nationalen Standpunkt aus entschiedene Gegner des Judentums sind. Von diesem Standpunkte aus können wir die Juden nicht als Bestandteil unseres Volkstums anerkennen, sondern sind im Gegenteile der Ueberzeugung, dass der jüdische Einfluss in unserem Volkskörper wie ein zersetzendes Gift wirkt. Dies gilt insbesondere von dem Einflüsse der jüdischen Presse, die ihre international organisierte Macht stets nur zur Förderung der Interessen der eigenen Rasse und zur Autlichtung einer rücksichtslosen Herrschaft über das Volk, in dem das Judentum seine parasitäre Existenz führt, verwendet hat."