Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 20 (1908)
- Issue
- 11 (11.1908)
- Date
- 1908-11-01
- Page
- Seite 19 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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1« „Ihr Erscheinen und der Ausdruck Ihrer loyalen Gesinnungen gewährt Mir aufrichtige Befriedigung, da es Mir wohl bekannt ist, dass Ihre Glaubensgenossen stets ein Element der Ordnung in Ihrer Heimat gewesen sind. Durch die fortgesetzte Betätigung der bürgerlichen Tugenden in brüderlicher Eintracht mit dem gesamten Volke Bosniens und der Herzegowina werden Sie auch in Hinkunft ein wertvoller Faktor des kulturellen und wirtschaftlichen öffentlichen Lebens bleiben. Meines landesväterlichen Wohlwollens mögen Sie bei Ihren patriotischen Bestrebungen versichert sein." Die Worte des Kaisers wurden mit lebhaften Ziviorufen aufgenommen. Eine Stunde später überreichten sieben Mitglieder der Deputation dem Reiehs-Finanzminister Baron B u r i a n das Memorandum. Auf die Ausführungen des Sprechers der Deputation, der darauf hinwies, dass die Juden Bosniens während der türkischen Herrschaft und auch während der Okkupationszeit die vollste Gleichberechtigung mit den übrigen Konfessionen genossen haben, der Minister jedoch bei seinen Mitteilungen vor der Delegation in Budapest betreffs der konfessionellen Zusammensetzung des bosnischen Landtages nur von den drei Kurien der mohammedanischen, der griechisch-orthodoxen und der katholischen Konfession gesprochen habe, woraus die Befürchtung abgeleitet werden könnte, dass den Bosniern jüdischer Konfession kein passives Wahlrecht in den Landtag zugedacht ist, erwiderte Baron Burian, dass die Juden in Bosnien diesbezüglich vollkommen beruhigt sein können. Sie werden alles, was die anderen Konfessionen bekommen, auch bekommen, und es bestehe keinerlei Absicht bei der Regierung, die die Juden Bosniens *nd der Herzegowina als ein fleissiges, Kultur und Wissenschaft forderndes Elemet kennen gelernt hat, dieselben bei der geplanten konfessionellen Vertretung im bosnischen Landtage zu verkürzen. Während ihrer mehrtägigen Anwesenheit in Wien ist die spaniolische Deputation auch mit der ,, Oester r. - Israelitischen Union" in engeren Kontakt getreten. Sowohl vor den erwähnten Audienzen, als auch nach denselben fand zwischen den Führern der Deputation und dem Präsidenten der „Union" ein reger Meinungsaustausch statt, und die Zusage der „Union", den bosnischen Juden in Verfolgung ihrer berechtigten Ansprüche mit aller Energie zur Seite, stehen zu wollen, wurde mit begeisterten Zivios begrüsst. Eine nette Förderung des Fremdenverkehrs. In Innsbruck fand in den letzten Tagen eine Reichsrats- Ersafzwahl statt. Um das Mandat bewarb sich u. a. auch der &*