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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-10-01 · 10 (10.1908) · p. Seite 20

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
10 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
Seite 20 (sequence 23)
Language
German
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so Korrespondenzen. WI8D. (Samuel Hirszenberg.) In Jerusalem ist, kaum 43 Jahre alt, der bekannte jüdische Maler Samuel Hirszenberg gestorben. Vor einem Jahre erst war er nach Jerusalem gegangen, um dort als Lehrer der jüdischen Kunstgewerbeschule „Bezalel" zu wirken, für deren ferneres Gedeihen man grosse Hoffnungen auf ihn setzte. Er war in Lodz in Russisch-Polen als der Sohn eines Webermeisters geboren und gab schon frühzeitig Beweise seiner ungewöhnlichen/künstlerischen Begabnng. Gleichwohl war auch er natürlich für den Beruf seines Vaters bestimmt, und nur ein Zufall Hess einen Arzt auf das Talent des Knaben aufmerksam werden. So kam Samuel Hirszenberg statt an den Webstuhl in die Kunstschule nach Krakau. Einige Jahre später ging er nach München und malte dort sein erstes bedeutenies Bild „Jeschibot". In einem dauernden Kampf mit dem ärgsten materiellen Elend schuf Hirszenberg in München eine Reihe seiner heute berühmten Bilder „Uriel Acosta und Spinoza", „Jüdischer Friedhof", „Der ewige Jude" u. a. Schliesslich kehrte er nach Lozd zurück, um dort durch Porträtmalerei die Mittel für Studien in Paris zu erwerben. Lange hielt es ihm indessen nicht in dem rauschenden Seine-Babel, und er kehrte bald wieder nach Polen zurück. Nach dieser zweiten Heimkehr schuf er die reifsten seiner Werke, zu denen ihm das Leben der polnischen und russischen Juden die Stoffe reichlich darbot. In Lodz entstand auch sein berühmtes Gemälde „Golus", das den bekannten Zug gegen Westen wandernder Juden zeigt auf der eisigen Schneefläche Russlands. Ausser seinen Judenbildern hat Hirszenberg auch als Landschafter Bedeutendes geleistet. Eine grössere Anzahl vorzüglicher italienischer Szenerien waren seinerzeit in Paris ausgestellt und bei dieser Gelegenheit auch in dem bekannten französischen Blatte „L'Illustration" reproduziert. In Jerusalem hat Hirszenberg neben seiner Lehrtätigkeit in der Kunstgewerbeschule „Bezalel" auch Zeit zu verschiedenen eigenen Arbeiten gefunden, worunter eine Reihe ganz prachtvoller Judentypen, an denen die heilige Stadt ja jetzt wieder so reich ist, wie nur je in den Tagen ihres Glanzes. Mit Hirszenberg ist nicht nur einer der bedeutendsten jüdischen Künstler unserer Tage dahingeschieden, sondern auch ein wahrhaft liebenswerter Mensch. Wer je mit ihm zu tun gehabt hat, wird ihm ein liebevolles Gedächtnis bewahren — dem Maler des „Golus", der nun in „Zion" gestorben ist. Wien. (Zentralstelle für jüdische Armenpflege.) In Anbetracht der immer dringender hervortretenden Notwendigkeit, die Armenpflege ihrer Planlosigkeit zu entreissen und in eine den modernen Theorien entsprechende, rationelle Bahn zu lenken, ist eine Zentralstelle für das jüdische Armenwesen in Wien geschaffen worden, welche bestimmt und auch geeignet ist, die gegenseitige Fühlungnahme unter den verschiedenen Wohltätigkeitsanstalteu zu ermöglichen, ohne deren selbständigen Wirkungskreis auch nur im entferntesten zu beeinträchtigen. Die grössten und bedeutendsten Stiftungen und eine grosse Anzahl humanitärer Vereine Wiens haben ihren Beitritt zu dieser im Auslande bereits bestehenden und erprobten Institution angemeldet und ihre Vertreter in das mit der Leitung betraute, eben in Bildung

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