Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 20 (1908)
- Issue
- 10 (10.1908)
- Date
- 1908-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Aleppo 1× ep/1047811
- Haifa 1× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
- Safed 1× ep/1046078
- Tiberias 1× ep/1048138
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4 Einwohner Moslem 10.000 30.000 15.000 1.400 10.000 19.000 Juden 53.000 8.500 8.000 7.000 1.600 1.000 Christen 17.000 11.000 1.000 Jerusalem 80.0U0 50.000 24.000 8.000 20.000 20.000 Jaffa Safed Tiberias 200 8.000 Haifa Hebron Diese verhältnismässig hohe und immer weiter steigende Zahl der Juden in Palästina rekrutiert sich mehr und mehr aus eingewanderten Elementen, unter denen wieder die Einwanderung aus den Ländern Osteuropas vorwiegt. Dagegen leben in Syrien hauptsächlich längst eingesessene und arabisierte Juden (so in Damaskus und in Aleppo je 12.000). Ueberhaupt zeigt die Einwanderung von Juden nach der Türkei recht interessante Einzelheiten, deren auffallendste wohl die ist, dass ein sehr wesentlicher Teil dieser Einwanderung aus früher türkischen Gebietsteilen kommt. Bessarabien. das Kaukasusgebiet und die rumänische Provinz Dobrudscha stellen ganz beträchtliche Ziffern und noch vor kurzem wurde aus Sofia gemeldet, dass infolge antisemitischer Agitation viele Juden nach der Türkei auswandern! Aber auch aus anderen mohammedanischen Reichen, wie aus Marokko und Persien, findet eine Auswanderung von Juden nach der Türkei statt, und selbst russische Gebiete mit vorwiegend moslemitischer Bevölkerung wie Bochara stellen grosse Kontingente. Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, dass die zum Judentum übergetretenen russischen Subotniki, die sogenannten Gerim (der biblische Ausdruck für „Fremde ), ebenfalls vielfach nach Palästina auswandern, um in einem jüdischen Milieu und getreu dem jüdischen Gesetz leben zu können. Das interessanteste aber ist die Konzentration türkischer Juden in Palästina. Schon seit vielen Jahren wandern die Juden des Yemen (Südarabien) nach Palästina aus, weil sie in ihrem Heimatslande, in dem die türkische Autorität bisher nicht allzu fest gewesen ist, furchtbar bedrückt wurden, und neuerdings mehrt sich auch die Einwanderung von Juden aus den Gebieten des oberen Euphrat („Kurdische Juden") nach Palästina. Die politische Seite der durch die geschilderte Gruppierung und Einwanderung geschaffenen Lage muss dem Aussenstehenden ziemlich kompliziert erscheinen, jedoch spricht es sehr für die Chancen der Juden, dass die Türken — und das geht auch aus der ganz präzisen Stellungnahme massgebender Vertreter des neuen Regimes hervor — in den Juden ein absolut zuverlässiges Bevölkerungselement des Ottomanischen Reiches sehen und dass ihnen von allen Arten Einwanderung die der Juden am erwünschtesten ist, weil sie dem Lande Nutzen bringt, ohne für die Zukunft auch nur die Möglichkeit von Verwicklungen in sich zu bergen. Was die bevorstehenden Parlamentswahlen betrifft, so kann