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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-08-01 · 8/9 (August/September 1908) · p. Seite 21

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
8/9 (August/September 1908)
Date
1908-08-01
Page
Seite 21 (sequence 26)
Language
German
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21 Euer Exzellenz wolle der Staatsanwaltschaft in Czernowitz entsprechende Weisungen erteilen, damit derartige strafgesetzwidrige Anfeindungen gegen die jüdische Bevölkerungsklasse nicht ungestraft wiederholt werden/' Zur Passfrage in Russland. Wiederholt ist von den Vertretungen des Handels geklagt worden über die zahlreichen Vexationen, denen deutsche und österreichische Reisende jüdischer Konfession, ganz entgegen dem Geiste der deutsch-russischen Handelsverträge, in Eussland ausgesetzt sind. Die Bezeichnung des Passinhabers als Jude ist von vornherein eine Aufforderung an die russischen Behörden, mit Schikanen aller Art gegen den Reisenden vorzugehen. Eine durchgreifende Abstellung der hierdurch bedingten Misstände herbeizuführen, ist bisher bekanntlich nicht gelungen; man muss daher mit kleinen moralischen Fortschritten zufrieden sein. Als solcher ist ein Bescheid anzusehen, den das bayerische Staatsministerium des Aeussern einen bekannten jüdischen Grosshändler in München unterm 1. August hat zugehen lassen. Der Beschwerdeführer hatte in seiner Eingabe daiauf hingewiesen, dass unsere deutschen Passformulare keine Rubrik für die ReLgionsangehörigkeit aufweisen. Es wäre daher eigentlich konsequent, wenn die deutschen Verwaltungsbehörden es ablehnten, für die russische Regierung Recherchen bezüglich der Konfession des Reisenden zu pflegen, zumal dieser Vermerk dieser israelitischen Konfession während der Reisen des Passinhabers in Russland vielfach den Ausgangspunkt und den Vor wand für Schikanen und Drangsalierungen aller Art seitens untergeordneter russischer Polizeiorgane bilde. — Das Ministerium hat hierauf wie folgt geantwortet: „Das Königliche Staatsministeriuin des Königlichen Hauses und des Aeussern hat veranlasst, dass die Religionsangehörigkeit des Passinhabers in den zur Reise nach Russland bestimmten Pässen von den bayerischen Passbehörden nicht angegeben wird. Hiervon wird Euer Hochwohlgeboren in Erwiderung auf die Eingabe vom 2b. v. M. in Kenntnis gesetzt.« Es ist jedenfalls erfreulich, dass es Bayern fortan ablehnt, der russischen Regierung Schergendienste zu leisten. Wann wird unsere Regierung sich zu demselben mannhaften Entschlüsse aufraffen? Korrespondenzen. OlmÜtZ. (Gut geantwortet!) Bekanntlich hat der deutschradikale Reichsratsabgeordnete v. Stransky in einer Versammlung in Asch, als er von einem Teilnehmer an der Versammlung interpelliert wurde, warum die Röhreii zur Wasserleitung in Deutschland bestellt wurden, erklärt, dass dies deshalb geschehen sei, um dieee Röhren nicht bpi ein^m Tscbecher oder Juden

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