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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-06-01 · 6/7 (Juni/Juli 1908) · p. Seite 38

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
6/7 (Juni/Juli 1908)
Date
1908-06-01
Page
Seite 38 (sequence 41)
Language
German
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.38 allgemein fiskalische Tendenz zugrunde liegt, weil von derselben auch die katholischen und evangelischen Pfarrämter betroffen werden. Das Gesetz mag dem Fiskus unangenehm sein, aber so lange es besteht, muss dessen strikte Durchführung gefordert werden. Wien. (Anerkennung derjüdischenNationalität an der Wiener Universität.) Einer am 9. Mai beim Universitätsrektor erschienenen Deputation, bestehend aus Delegierten der „Iwria" (Jurist Löw), „Kadima" (Jurist Kugel), „M a k ka b ä a" (Techniker Freundlich) und »Unitas" (Jurist Theodor Kohn), wurde die Mitteilung gemacht, dass es den Studenten gestattet werde, als ihre Muttersprache im Nationale „jüdisch" anzugeben und dass jene, deren Umgangssp rache das Deutsche oder irgend eine andere Sprache sei, dieser Angabe „jüdischer Nationalität" beisetzen können. Der Rektor Hofrat von Ebner sagte der Deputation zu, dass diese Angbaeu in den Ausweisen für die Statistische Zentralkommission notiert werden sollteu. In derselben Unterredung kamen die Vertreter der jüdischen Verbindungen in die Lage, dem Rektor zu versichern, dass sie mit allen Kräften für die Freiheit der Wissenschaft eintreten wollen und sich hiebei mit der fortschrittlichen Studentenschaft aller Nationen solidarisch fühlen. Leinnik. (Die israelitische Kultusgemeinde gegen Abgeordneten Dr. Sommer,) Der Ausschuss der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde hat in seiner Sitzung am 2. Juli einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher er seiner Entrüstung darüber Ausdruck gibt, dass der Reichsratsabgeordnete Dr. Sommer für die Einschränkung des Bildungsdranges der Juden stimmen konnte, ohne vorher auf seine Stelle als Lehrer an der höheren Handelsschule in Olmütz zu verzichten. In der Resolution wird darauf hingewiesen, dass die Olmützer Handelsschule von einem hohen Prozentsatz jüdischer Schüler und Schälerinnen besucht und von jüdischen Religionsgenossen reichlich unterstützt wird. Dadurch, dass er für die Einschränkung der Zahl der jüdischen Schüler stimmte, hat er nicht nur im allgemeinen gegen seine Pflicht als Lehrer gehandelt, indem er einem Teile der österreichen Staatsbürger die ihnen gewährieistete bürgerliche Gleichberechtigung entziehen wollte, sondern auch im speziellen als Lehier dieser Anstalt, d;e ihm den Lebensunteihalt gewählt und deren Interesse er in jeder Beziehung zu wahren verpflichtet ist. Karlsbad. (D i e jüdischen Wähler gegen den Abgeordneten Löss 1.) Eine grosse Zahl jüdischer Wähler in Karlsbad hielt Donnerstag den 2. Juli eine Versammlung ab, in welcher folgende Resolution gefasst wurde: Die jüdischen Wähler Karlsbads sprechen dem Reichsratsabgeordneten der StaJt Karlsbad, Herrn Professor Rudolf L ö s s 1, anlässlich seiner Abstimmung für die Resolution des Professors Schmid ihie schärfste Missbilligung aus. Sie hätten erwartet, dass derselbe als Jugendbildner einer Resolution nicht zustimmen werde, welche die Bildungsmöglichkeit einschränken will. Diese Erwartuug tonnten sie um so ei er hegen, als es ihm als Vertreter eines Weltkurortes besonders schlecht ansteht,'einen bildungsfeindlichen rückschrittlichen Standpunkt einzunehmen. BBrllfl. (Die Juden in Oesterreich.) Als eine der neuesten Veröffentlichungen des Bureaus für Statistik der Juden, Verlag L. Lamm, Berlin, erschien soiben unter vorstehendem Titel eine umfassende und erschöpfende statistische Abhandlung über die Juden in Oesterreich. Das Buch

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