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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-04-01 · 4 (4.1908) · p. Seite 31

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
4 (4.1908)
Date
1908-04-01
Page
Seite 31 (sequence 32)
Language
German
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31 davon müssen Beträge für Pflasterung, Reinigung und Beleuchtung abgerechnet werden, so dass rund 45.000 Kronen bleiben. Heute erreicht das Budget die Höhe von 180.000 Kronen. Im Budget 1848 finden wir Posten, welche heute unsere Verwunderung erregen müssen. Der Oberrabbiner Salomon Rappaport bezog nach unserer Währung jährlich 1260 Kronen Gehalt, ein Beisitzer Samuel Freund hatte 252 Kronen. Aehnlich waren die Beämtengehälter. Für Wohltätigkeit war aus Gemeindemitteln fast gar nichts eingesetzt. Das heutige Budget enthält 60.000 Kronen für wohltätige Zwecke, 95.000 Kronen kosten die eigentlichen Kultusauslagen, 35.000 Kronen kostet die sonstige gesamte Regie. Es herrscht sonach in der Gemeinde eine Grossmannssucht oder Verschwendung. In welcher Weise die Gemeinde derzeit in Anspruch genommen und was in ihren Kanzleien zu leisten ist, mögen folgende Zeilen beweisen: 1848 betrug die Summe aller Stiftungen, die von der Gemeinde verwaltet wurden, 700.000 Kronen, heute haben sie die respektable Summe von 4,800.000 Kronen in beweglichem und 900.000 Kronen in unbeweglichem Vermögen erreicht. Dass die Gemeinde finanziell erstarkt ist, zeigt sich auch darin, dass eine Reihe von Stiftungen und Wohltätigkeits-Instituten ausserhalb der Verwaltung der Repräsentanz stehen. Ich habe nun im Vorangegangenen ein Bild entworfen über die Entwicklung der Gemeinde in den 60 Jahren der Regierung unseres Kaisers. Gar manches Trübe habe ich mitteilen müssen, doch im Allgemeinen kann man wohl sagen, dass die Entwicklung der Gemeinde eine gesunde und stetige ist, die Resultate recht erfreuliche sind. Die Gnade und das Wohlwollen unseres Monarchen ist uns während dieser Zeit erhalten geblieben; derselbe hat Ratgeber und Volksvertreter gefunden, die sich nicht scheuten, ihre Popularität bei der grossen Masse auf das Spiel zu setzen, um dem Rechte Raum zu schaffen und Ihre Vertreter haben ihre Pflicht richtig erkannt und redlich erfüllt. (Beifall.) Ich schliesse meine vielleicht zu langen Ausführungen mit dem doppelten Wunsche, dass, wenn in abermals sechzig Jahren ein Vertreter der Gemeinde den Notabein derselben einen Bericht erstatten sollte, er in der Lage sein möge, einen ähnlichen Fortschritt in der rechtlichen und sozialen Lage unserer Gemeinde zu konstatieren, und dass es uns und unseren Kindern vergönnt sein möge, einen möglichst grossen Teil dieser neuen Epoche unter der gerechten, weisen und milden Regierung unseres erhabenen Kaisers zu verleben. Der Redner schloss, lebhaft akklamiert, seine Ausführungen mit einem dreifachen Hoch auf Se. Majestät unsern Kaiser, in welches die Versammlung begeistert einstimmte.

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