Mannheim
Compact Memory

Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-04-01 · 4 (4.1908) · p. Seite 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
4 (4.1908)
Date
1908-04-01
Page
Seite 18 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9756662-9603886-9604000--1865-9604018
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

18 des Genusses der bürgerlichen Rechte vom Religionsbekenntnis und der jedermann gewährleisteten Freiheit, seinen Beruf zu wählen und sich in demselben auszubilden, wo und wie er will, auf das Entschiedenste missbilligt wird. * * * Der Deutsche Fortschritts verein Saaz erklärte in einer einstimmig angenommenen Kundgebung den Beschluss des Budgetausschusses des Abgeordnetenhauses, betreffend die Vornahme von Erhebungen über das Zahlenverhältnis der jüdischen und christlichen Mittelschüler, als die flagranteste Verletzung der staatsgrundgesetzlich gewährleisteten Gleichheit aller Staatsbürger in Bezug auf die Freiheit der Berufswahl und die Ausbildung in demselben. Er protestiert auf das Entschiedenste gegen diesen Beschluss. * * * Der „Svaz ceskych pokrokovych zidü-' in Prag beschloss in seiner Sitzung am 13. d. M. folgende Kundgebung: „Wir verwahren uns entschieden gegen den vom Budgetausschusse beschlossenen numerus clausus hinsichtlich der Anzahl jüdischer Schüler an den österreichischen Schulen". * # * Von Herrn Reichsratsabgeordneten Dr. Adolf Gross erhielten wir nachträglich folgende Zuschrift: Ich bin verhindert, bei der Versammlung am 13. d. M. persönlich zu erscheinen, schliesse mich selbstverständlich dem Proteste gegen den bekannten Beschluss des Budgetausschusses an. * * * Der Protest der jüdischen Reichsratsabgeordneten. Die Abgeordneten Gabel, G a 11, Gold, Adolf Gros s, Kolischer, Kur and a, Loewenstein, Mahler, Ofner, Stand und Straucher beschlossen einstimmig folgende Kundgebung: „Der B u d g e t a u s s c h u s s hat bei der Verhandlung über die Mittelschulen einen Resolutionsantrag des Abgeordneten Heinrich Schmid angenommen, welcher die Regierung auffordert, Erhebungen zu pflegen, wie das Zahlenverhältnis der jüdischen zu den christlichen Mittelschülern mit der wirklichen Bevölkerungsziffer in Einklang zu bringen sei, und dem Hause über den Erfolg dieser Erhebungen Bericht zu erstatten. Der Ausschuss hat sich vertagt, und es ist nicht mehr möglich, in derselben parlamentarischen Körperschaft, in welcher dieser Beschluss gefasst wurde, gegen die ihm offenkundig innewohnende Tendenz gebührend Verwahrung einzulegen. Auch den Zeitpunkt abzuwarten, in welchem die beantragte Resolution im Hause zur Beratung gelangen könnte, scheint uns untunlich, weil eine Aktion, die auch in die parlamentarische

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.