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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-04-01 · 4 (4.1908) · p. Seite 17

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
4 (4.1908)
Date
1908-04-01
Page
Seite 17 (sequence 18)
Language
German
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17 dem Prinzipe und den Grundzügen der christlichsozialen Partei. Professor Sehmid bestätigte mit seinem Antrage, dass die Juden die grössten Förderer von Bildung und Wissen sowie die grössten Feinde des Rückschrittes sind. Dass dieser Antrag mit 19 gegen 9 Stimmen angenommen wurde, sei eine Zufallsmajorität, aber kein Zufall sei es, welche Parteien für diesen Antrag gestimmt haben. (Rufe: Hört! Hört!) Es haben dafür selbstverständlich die Christlich-Sozialen und Klerikalen gestimmt. Es stimmten dafür neben den Deutschradikalen auch die Deutschnationaien (stürmische, lang anhaltende Pfui-Rufe), die dadurch ihre ureigensten Grundsätze verleugnet haben. Abg. Stand nahm das Wort, um zu betonen, dass zur Bekämpfung des kulturfeindlichen Antrages die geschlossene Einheit der Judenschaft geboten sei. Die Versammlung beschloss hierauf eine Resolution, in welcher mit tiefster Entrüstung der kulturfeindliche, nicht nur den Staatsgrundgesetzen, sondern auch allen Menschenrechten hohnsprechende Antrag zurückgewiesen wird. * * * Weitere Kundgebungen. Die Prager israelitische Kultusgemeinde- Repräsentanz hat in ihrer Sitzung vom 14. d. M. einstimmig folgende Resolution beschlossen: „In der Sitzung vom 8. d. beschloss der Budgetausschuss des Abgeordnetenhauses, die Regierung zu Erhebungen darüber aufzufordern, wie das Zahlenverhältnis der christlichen und jüdischen Schüler zur Gesamtbevölkerung in Einklang zu bringen sei. Die Prager israelitische Kultusgemeinde- R-präsentanz als Vertreterin von. 20.000 Juden der Landeshauptstadt erhebt entrüstet den entschiedensten Protest gegen diesen Beschluss, der den Bildungsdrang der jüdischen Bevölkerung in Fesseln zu schlagen und die Zahl der jüdischen Intelligenzen herabzudrücken bestrebt ist, als einen ebenso kulturfeindlichen wie gegen die staatsbürgerlichen Rechte der Juden gerichteten Akt und spricht die sichere Erwartung aus, dass die Regierung die durch das Staatsgrundgesetz allen Staatsbürgern gewährleistete Freiheit der Berufswahl und Ausbildung mit aller Energie wahren werd e." * * * Der Deutsche Verein in Teplitz-Schönau beschloss eine Resolution, mit welcher der Beschluss des Budgetausschusses, betreffend die anzustellenden Erhebungen über den Besuch der Mittelschulen durch Israeliten als A u s f 1 u s s einer gehässigen Tendenz und als rückschrittlicher Vorstoss gegen die Grundsätze der Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetze, der Unabhängigkeit

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