Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 20 (1908)
- Issue
- 4 (4.1908)
- Date
- 1908-04-01
- Page
- Seite 16 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Stryj. Die israelitische Kultusgemeinde Stryj begrüsst Ihre Protestversammlung gegen den parlamentarischen Einbruch in die staatsbürgerlichen Rechte der Juden und schliesst sich Ihren Beschlüssen an. Stantslau. Im Namen der Stanislauer israelitischen Kultusgemeinde schliessen wir uns vollinhaltlich dem Proteste gegen den Angriff auf die staatsbürgerlichen Rechte der Juden, gegen das Attentat auf unsere Gleichberechtigung an. Tarnopol. Die jüdische Kultusgemeinde in Tarnopol, tief entrüstet über die mit den Staatsgrundgesetzen im offenen Widerspruche stehende Resolution des Budgetausschusses vom 8. d. M., spricht der „Union" für die gegen diese Resolution veranstaltete Protestversammlung ihre volle Sympathie aus und schliesst sich der Protestkundgebung gegen die geplante Verletzung der staatsgrundgesetzlich gewährleisteten Gleichberechtigung der Juden voll und ganz an. Tarnow. Die Tarnower israelitische Kultusgemeinde protestiert gegen die Resolution der Budgetkommission bezüglich der Erhebung des Zahlenverhältnisses der jüdischen zu den christlichen Mittelschülern, betrachtet dies als Einbruch in die staatsbürgerlichen Rechte der Juden und schliesst sich den Beschlüssen der Protestversammlung am 13. April 1908 an. Czeroowitz. Die Czernowitzer israelitische Kultusgemeinde schliesst sich dem zu erlassenden Proteste gegen den Eingriff in die staatsgrundgesetzlich gaianiierte Gleichberechtigung des jüdischen Volkes rücksichtlich des Besuches von Mittelschulen in Oesterreich an. Blelltz. Gruss und Heil den Streitern für unser gutes Recht! Wehe den»n, die unsere staatsgrundgesetzlich gewährleisteten Rechte antasten wollen! Wir geloben, dieselben mannhaft zu verteidigen und alles daran zu setzen, um diese Errungenschaften unseren Kindern zu bewahren. x * * Prag. Die heute versammelte RepräsentanzderLandesjudenschaft des Königreiches Böhmen erhebt entschieden Protest gegen den die Gleichheit aller Staatsbürger verletzenden Beschluss des Budgetausschusses vom 8. April. Prag. Mittätig für die Wahrung sozialer Interessen der Judenschaft Böhmens und eingedenk des Grundsatzes: „principiis obsta!", schliesst sich Ihrer Protestkundgebung gegen die Resolution Schmid rückhaltlos an: Der Zentralverein zur Pflege jüdischer Angelegenheiten in Prag. * * * Am selben Tage veranstaltete auch der „Jüdische Nationalverein" eine zahlreich besuchte Protestversanimlung, die folgenden Verlauf nahm : Abg. Universitätsdozent Dr. M a hl e r besprach in eingehender Weise den Resolutionsantrag des ßudgetausschusses. Es sei kein Zweifel darüber, dass die Tendenz des Antrages Schmid dahin gehe, die Juden durch ein rein mechanisches Mittel von der Kultur und Bildung auszuschliessen. Es wäre naiv, zu glauben, dass dieser Antrag die Tendenz verfolge, Bildung und Wissen bei dem nichtjüdischen Teil der Bevölkerung zu heben, denn das widerspräche