Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 20 (1908)
- Issue
- 3 (3.1908)
- Date
- 1908-03-01
- Page
- Seite 25 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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25 alten römischen Ritterfamilie stammte und, wie das in Rom damals beinahe Mode war, zum Judentum tibergetreten ist, als waschechte Jüdin, die aus Rassenhass die Christen verfolgten Sehr komisch mutet es auch an, wenn Herr Vergani die Warnung Karls des Grossen vor ungetreuen Schatzmeistern als Warnung vor den Juden bezeichnet. Doch genug davon. Herr Vergani hat durch seinen Vortrag nur bewiesen dass der Verein „Zukunft" zwar den Namen „Vergangenheit" verdient, sich aber in der Vergangenheit doch nicht auskennt. Wien. (Die Hilfsaktion in Rumänien.) In der letzten Plenarsitzung der „Israelitischen Allianz zu Wien" machte der Vorsitzende Herr David Ritter von Gutmann die Mitteilung, dass die gemeinsame Aktion der Hilfsorganisationen zugunsten der bei den Exzessen in Rumänien im Frühjahr 1^07 geschädigten Juden bereits abgeschlossen ist und dass die Schluss- Abrechnungen sämtlicher rumänischer Komitees vorliegen. Dagegen sei die im Herbst begonnene Hilfsaktion für die aus den Dörfern vertriebenen Familien noch in der Schwebe. An derselben sind mit je einem Drittel der Kosten beteiligt die „Israelitische Allianz zu Wien", die „Alliance Israelite Universelle in Paris" und die vereinigten deutschen Organisationen („Hilfsverein der Deutschen Juden" in Berlin und „Hilfskomitee für die osteuropäischen Juden" in Frankfort a. M.). Unabhängig von dieser Aktion wurde das separate Hilfswerk der Wiener Allianz aus eigenen Mitteln geleitet. Dem eingehenden Berichte des Sekretärs Herrn Dr. Kaminka über den finanziellen Stand der diversen rumänischen Hilfswerke ist zu entnehmen, dass die Aktion für die Geschädigten insgesamt K 584.L04 85 erfordert hat, wovon ungefähr die Hälfte durch das Zentralkomitee in Jassy und die ihm unterstehenden Subkomitees in Roman und Vaslui, ferner zirka 235.000 Franks durch Herin Astruc und das Komitee in Bukarest, 87.000 Kronen durch die Filiale der „Israelitischen Allianz" in Czernowitz für die Bezirke Burdujeni und Bucecea zur Verteilung gelangten. Eingegangen sind zugunsten der gemeinsamen Aktion für den rumänischen Zentralfoud von der „Allianz" in Wien und der „Alliance" in Paris je 87.500 Frank?, vom „Hilfsverein" in Berlin 58 334 Franks, vom .Hilfskomitee" in Frankfurt 29.1t6 Franks, vom Komitee in London 30.829 Kronen, aus New-Yoik vom rumänischen Hilfskomitee 176,591 Franks, aus Philadelphia 19.520 Franks, mit Einrechnnng der Sammlungen der Komitees in Jassy und Bukarest, zusammen K 614.786 25, so dass die Restbeträge, welche teils bei der Zentrale in Wien, teils in Bukarest vorhanden sind, rund 30.000 Kronen ausmachen. Es wurde beschlossen, den Anteil der Wiener Allianz an diesem Saldo dem neuen Fond zugunsten der vertriebenen Familien zu überweisen und einen dahingehenden Antrag auch an die anderen beteiligten Organisationen unter Erstattung eines ausführlichen Berichtes über die abgeschlossene Aktion zu richten. Der Vorstand nahm ferner den Bericht des Sekretärs zur Kenntnis, wonach zu Lasten des neuen Fonds an Herrn Astiuc zur Unterstützung vertriebener Fan ilien bereits 32.000 Franks überwiesen wurden, für welchen Fonds ausser den Restbeträgen der früheren Aktion noch die von der „Allianz" in Wien, von Paris und Berlin (in Verbindung mit Frankfuit) bewilligten je 32.500 Franks zur Verfügung stehen. Die separate Aktion der Wiener „Allianz" für die Unterstützung der Flüchtlinge im Frühjahr 1907, sowie für die Subventionen an Schulen und gemeinnützige Anstalten hat über 60.000 Franks erfordert, so dass die von Wien für rumänische Zwecke verausgabten Gelder zirka 170.000 Franks betragen. Wien. (Anerkennung der jüdischen Nationalität an den österreichischen Hochschulen.) In Ausführung des Beschlusses der jüdischnationalen Studentenschaft begab sich am 27. Februar das Exekutivkomitee zu den Rektoren der Universität und der Technik. Die Sprecher der Deputation verlangten die Unterstützung der Rektoren beim Unterrichtsminister und die endgiltige Anerkennung der jüdischen Nationalität an den österreichischen Hochschulen. Der Rektor Hofrat Professor Ebner erklärte, dass.