Mannheim
Compact Memory

Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-03-01 · 3 (3.1908) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
3 (3.1908)
Date
1908-03-01
Page
Seite 5 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9756662-9603886-9603963--1816-9603970
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

5 tialb der Judengemeinden), in jenem Orte gezählt werden sollen, in welchem sie ihre „Familienstelle" besitzen (d. h. in der zuständigen Judengemeinde). Die Ergebnisse dieser Zählungen waren jedoch nicht absolut verlässlich. Die amtlichen Zählungen ergaben für Mähren und Schlesien im Jahre )« »5 1801 . 27.822 n r, 1830 . , 33 244 „ n ri 1834 . . 32 547 „ n n 1837 . 38,655 » n 1840 . . 37 316 n n » » . 40.064 „ » 1850 in Mähren . . 38.225 » » 1850 in Schlesien . 2.456 „ Scari (Systematisehe Darstellung der in Betreff der Juden in Mähren erlassenen Gesetze und Verordnungen) gibt die Anzahl der mährischen Juden aus dem Jahre 1830 mit 29.462 an. Diese Differenz erklärt sich daraus, dass bei Scaris Berechnung die jüdische Bevölkerung Schlesiens, ferner die „Tolerierten" (116 Familien) und „Ueberzähligen" (14 Familien) nicht berücksichtigt wurden. Wie bereits erwähnt, war die Zunahme der jüdischen Bevölkerung Mährens vom Jahre 1830 bis zum Jahre 1848 relativ gering. Die Diözesan-Schematismen für das Jahr 1848 weisen 37.548 Juden aus, und zwar: 19.248 in der Diözese Brünn und 18.300 in der Diözese Olmütz. Die staatliche Zählung ergab rund 38.000, sohin ungefähr die gleiche Zahl. Mähr. - jüd. Landesmassafond. Dieses für die Juden Mährens so bedeutungsvolle Institut stammt aus der segensreichen Josefinischen Zeit. Durch ein Hofdekret Kaiser Josefs IL vom 26. Juli 1787 wurde nämlich aus dem Ertrage mehrerer den Juden auferlegten Ausnahmssteuern und Gebühren ein Fond geschaffen, welcher „rentlich herabgekommene" jüdische Gemeinden in Mähren unterstützen sollte. Mit der Kreierung dieses Fondes wurden der Judenschaft Mährens reiche Hilfsquellen zur Erhaltung und Beorderung ihres kommunalen Bestandes erschlossen; die Verwendung der Fondserträgnisse erfuhr im Laufe der Jahre eine mannigfache Ausdehnung, so dass der Fond nach mehreren religiöskulturellen Richtungen hin eine «egensreiche Tätigkeit entfaltete. Die Fondsverwaltung bewilligte tlen Gemeinden nicht nur Unterstützungen zu kommunalen Zwecken, sondern auch zur Errichtung und Erhaltung von Schulen, gewährte Darlehen an „jüdische Famiiianten" zur Herstellung und Erweiterung ihrer Häuser, entlohnte aus den Fondserträgnissen den

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.