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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-02-01 · 2 (2.1908) · p. Seite 13

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
2 (2.1908)
Date
1908-02-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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13 sieh die Gesellschaften und Etablissements zur Vermeidung von Chikanen seitens der Behörden gezwungen sehen, dieselbe einzuhalten, und dann werden tausende jüdischer Angestellter, Handlungsgehilfen und Fabriksarbeiter, sowie auch Handwerker, die bei denselben Beschäftigung haben, brotlos werden. Die in Rede stehende Verfügung wird derart gehandhabt, dass man auch von den Pächtern von Staats- und von Gütern der Akademie, der Spitäler und anderer Stiftungen verlangt, dass zwei Drittel ihres Personales Rumänen sein müssen. Die Bukarester Gasgesellschaft ist vom Bukarester Magistrat unter Androhung einer Geldstrafe von 999 Frcs. pro Tag der Verzögerung aufgefordert worden, sich der Verfügung zu unterwerfen; die Gesellschaft sah sich gezwungen, es zu tun, antwortete aber, dass sie die Gesetzlichkeit der Verfügung nicht anerkenne. Eine direkte Folge diese Verfügung ist, dass bei den Gesellschaften und Etablissements, die mit Behörden zu tun haben, Juden nur sehr schwer Stellung finden; einige haben sogar beschlossen, in Zukunft überhaupt keine Juden mehr anzustellen. Doch nicht nur auf dem industriellen Gebiete will die rumänische Regierung die jüdischen Angestellten verdrängen, sondern sie geht sogar so weit, von den jüdischen Gemeinden und Schulvereinen zu verlangen, für den Unterricht der rumänischen Sprache, Geschichte und Geographie Lehrer rumänischer Nationalität anzustellen, mit anderen Worten also die jüdischen Lehrer, die ja „Fremde" sind, zu entlassen. Die jüdischen Schulen in Bacau, Tirgu-Ocna und Moinesti, sowie in Padul-Iloaei haben bereits von den betreffenden Schulrevisoren einen Befehl in diesem Sinne erhalten, und es bedurfte einer Intervention im Unterrichtsministerium, um eine etwaige Sperrung dieser Schulen zu verhindern. Die rumänische Regierung und die Magistrate der verschiedenen Städte tragen auch nicht das,Geringste zur Erhaltung der jüdischen Schulen, deren Gründung bekanntlich durch die Ausschliessung der jüdischen Kinder aus den staatlichen Schulen notwendig geworden war, bei, und jetzt will die rumänische Regierung den jüdischen Gemeinden und Schul vereinen, welche die Schulen nur mit grösster Mühe und unter den schwersten Opfern erhalten können und für dieselben oft im Auslande Subventionen nachsuchen müssen, obendrein zumuten, seit langen Jahren im Amte befindliehe, jüdische Lehrer abzusetzen und an deren Stelle überzählige Lehrer rumänischer Nationalität, die gewiss nicht zu den guten Kräften gehören, zu akzeptieren." Was die politische Lage der rumänischen Juden anbetrifft, so ist in derselhen auch nicht die geringste Besserung eingetreten. Der Bericht weist auf die bekannten Schwierigkeiten der Naturalisation von Juden hin und teilt dabei mit, dass es gegenwärtig in Rumänien 25 Juden gebe, deren Naturalisierungsgesuche sowohl von der Kammer als auch vom Senate bereits votiert worden sind, allein dessenunge-

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