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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-02-01 · 2 (2.1908) · p. Seite 10

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
2 (2.1908)
Date
1908-02-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 ling, der Raupeneier legt, flatternden Grundleger verlangen, dass er, um ein Kapitel im Buche Hesekiels zu verstehen, erst mehrere Kapitel der Chronik und des Buches der Könige gründlich lese?! Die Worte der Rede, auf die er sich beruft, hätte er immerhin, wenigstens oberflächlich, insgesamt besehen sollen. Er hat das nicht getan, weil ihm die den fünfzehnten Vers des Kapitels erläuternden 19 Verse um den Triumph gebracht hätten, der erste aller Sterblichen zu sein, der die Frechheit aufbringt, dem Gottesmaniie aus der Nachkommenschaft Ahrons vom Stamme des Hohenpriesters Zadok dreifache Bastardierung vorzuhalten. Was als sichere Grundlage angenommen werden darf, ist, dass es eine Bastardierung der Gesinnung gibt, dafür hat er den Beweis voll erbracht. So wenig eine solche von irgend einer Rassenkreuzung abhängt, können wir nicht umhin, hervorzuheben, dass unser Geschlecht im Grossen und Ganzen beiweitem minder vermischter Herkunft ist, als jedes der jetzt lebenden Kulturvölker. Vermischungen haben wohl stattgefunden, aber in viel geringerem Masse als anderwärts, weil das Gebot der Beschneidung immer und überall und das mosaische Agrargesetz, nach welchem der Grundbesitz in Palästina nicht einmal durch Heiraten von einem Stamme an einen anderen Israelitenstamm übergehen durfte,*) der Aufnahme fremder Volkselemente vielfach hinderlich war. Gewiss hat es auch Zeiten gegeben, wo man sich in Israel, ganz wider den Geist unserer Religion, die jeden gesitteten Menschen nach seiner Fasson selig werden lässt, einer eifrigen Propaganda beflissen; die Erfolge waren jedoch in der Regel von einer Art, dass sie an die Errungenschaft jenes Soldaten erinnern, den sein Gefangener nicht mehr losgelassen, bis er ihn drüben im Lager hatte. Die Proselytenmacherei hat dem Judentume verhältnismässig wenige zugeführt, dafür aber Massen entrissen, die dem Heidentume und anderen Konfessionen anheimgefallen. Die Verschiedenheit der Kopfform, der Haar- und Hautfarbe und der Statur und Haltung, die man an den über die ganze Erde zerstreuten Angehörigen des Israelitenvolkes wahrnimmt, rührt, wenn auch nicht ausschliesslich, sehr vorwiegend von der Verschiedenheit der Klimate und der politischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse her, unter denen die Vorfahren lange gelebt haben. Man braucht ja nur die Beschaffenheit jener Gruppen, die schon mehrere Generationen hindurch unter normalen Verhältnissen in Freiheit leben, mit der Gestaltung, die das elende Ghettoleben herbeizuführen pflegt, zu vergleichen, so drängen sich Unterscheidungsmerkmale auf, die denen verschiedener Rassen gleichkommen. zeigen die Ausgrabungen, dass kein Gebäude von den Amoritern in dem alten Kanaan errichtet wurde, ohne dass ein Kind als Bauopfer sein Leben liess." *) Numeri Kap. 38, 7. — In Jecheskiel 46, 22, 23 handelt es sich um eine Neuverteilung und Angliederuug der Fremden an die Stämme.

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