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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1908-02-01 · 2 (2.1908) · p. Seite 7

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
20 (1908)
Issue
2 (2.1908)
Date
1908-02-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 An diese ernsten und mit Würde vorgetragenen lichtvollen Ausführungen Dr. Feuchtwangs knüpfte sich eine sehr lebhafte Diskussion, an der sich u. a. die Herren Med. Dr. Bader und Professor Dr. Feilbogen beteiligten. Mit einem geistvollen Schlusswort des Referenten endete die hoch interessant und würdig verlaufene Versammlung in später Nachtstunde. Ein Protest gegen Verunglimpfungen unseres Stammes und Glaubers. Abgefasst von Leopold Mandl. VIII. (Schluss.) Es ist unbestreitbare Tatsache, dass aus Vermischung der verschiedensten Menschenrassen hervorgegangene Individuen fortpflanzungsfähig sind, dafür aber sind die Erfahrungen, welche mit solchen gemacht worden, so grundverschieden, dass sich sowohl die Meinung, dass Rassenvermischung die Nachkommen verschlechtert, als die entgegengesetzte Behauptung, dass sie eine Erhöhung der körperlichen und geistigen Kräfte, eine Verbesserung zur Folge habe, auf solche stützt. Ob immer und überall, wo Mischlinge sich als körperlich, geistig und sittlich ungeraten erweisen, ungünstige äussere Einflussnahme und schlimme soziale Verhältnisse dafür genügende Erklärungsgründe bieten und ob, wo solche in jeder Hinsicht gedeihen, das Eigentümliche der Herkunft irgend mitspielt, lassen wir dahingestellt; uns genügt der Umstand, dass in Anbetracht der Meinungsdifferenzen, die schon die Qualitäten der ersten Generationen betreffend walten, kein vernünftiger und ehrlicher Forscher behaupten kann, dass irgend eine vor Jahrtausenden stattgefundene Massenkreuzung einen Menschenschlag hervorgebracht, dessen Verderbnis sich unaustilgbar von Geschlecht zu Geschlecht vererbt, bis auf den heutigen Tag. Schon die Erwägung, dass jeder Mensch das Gepräge der Individualität im Angesichte trägt, die unbegrenzte Mannigfaltigkeit der Physiognomien innerhalb aller Rassen, *) Völker, Stämme und Familien spricht dagegen. Alldies hat das Auftauchen eines solchen Wahnes bezüglich der Juden nicht gehindert, weil, wer an Sophistik Gefallen hat, sich durch keinerlei Erwägungen stören lässt. Leute, die auf jede Frage eine mehr gewundene als richtige, mehr witzige als gerade Antwort, tür jeden Einwurf eine Ausflucht und für jede Behauptung *) Gelegentlich müssen wir bemerken, dass gegen Ende des vorigen Kapitels anstatt Neger Ungar und anstatt Rassenbeschaffenheit Klassenbeschaffenheit gesetzt worden ist.

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