Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 19 (1907)
- Issue
- 6/7 (Juni/Juli 1907)
- Date
- 1907-06-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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13 immerhin die Zukunft in einer bestimmten Richtung beeinflussen kauD. In diesem Sinne und in dieser Absicht hat die „Oesterreichisch-Israelitische Union" während des letzten Dezenniums eine politische Tätigkeit entfaltet, die wir hier dem Urteile der Oeffentlichkeit unterbreiten. Wir wollen diejenigen unserer Freunde, welche gegenteiliger Ansicht waren oder sind, nicht majorisieren, sondern überzeugen. Wir hoffen, es ist uns dies durch unsere offene Darlegung gelungen. Der Vorstand der „Oesterreichisch- Israelitischen Union" ersehnt mit allen Vernünftigen den Zeitpunkt, in dem mit den Verhältnissen, welche die „Union" entstehen lipssen, auch die Notwendigkeit einer solchen besonderen Institution für die Verteidigung der politischen Rechte der Juden verschwinden wird. Aber insolange — und der Weg bis dahinist noch ein weiter — diese günstigere Zeit nicht gekommen, werden wir weiter den mühsamen Pfad wandeln müssen, der uns im gegenwärtigen Augenblicke doch wenigstens schon zu dem Beginne einer solchen besseren Epoche geführt zu haben scheint. Wir fordern alle Jene, welche für die politischen Rechte und der mit ihnen zusammenhängenden wirtschaftlichen Wohlfahrt unserer Glaubensgenossen fühlen, auf, uns auf diesem Pfade weiter zu folgen. Sigmund Mayer, Präsident. Dr. Alexander M i n t z, Dr. Jakob Ornstein, Vizepräsident. Vizepräsident. Kaiserl. Rat Wilhelm Anninger, Komnerzial-Rat Eduard Doktor, Julius Granichstädten, Dozent Dr. Markus H a j e k, Kommerzial-Rat Emanuel K a u d e r s, Heinrich P o 11 a k, Richard T e w e 1 e s, Vorstandsmitglieder. Das neue Haus. Das neue Haus ist gewählt und es ist besser ausgefallen als allgem-in befürchtet wurde. Stellen wir zunächst das wichtigste Ergebnis fest: An Stelle der grossen nationalen Parteien des alten Kurienparlamentes sind im neuen Volkshause zwei grosse politische Parteien getreten : ein rein klerikaler Block, bestehend aus den vereinigten Christlich-Sozialen und Altklerikalen in der Stärke von etwa 100 Mann, und ein freiheitlicher Block, bestehend aus 87 Sozialdemokraten und einer Anzahl kleinerer bürgerlich-demokratischer Gruppen, die zusammen die Zahl 100 überschreiten. Was neben und um diese beiden Heeresmassen an nationalen Parteien und Parteisplittern vorhanden ist, tritt in die zweite Linie. Das sind vor allem die sogenannten deutschfreiheitlichen Parteien, die Tschechen und die Polen. Die Mitglieder der