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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1907-03-01 · 3 (3.1907) · p. Seite 31

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
19 (1907)
Issue
3 (3.1907)
Date
1907-03-01
Page
Seite 31 (sequence 31)
Language
German
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31 deutschen Juden für die Hebung der Bildung der Juden und für die Förderung ihres wirtschaftlichen Fortkommens durch Schulgründungen in steigender Zahl, wobei der Erteilung und Einführung des deutschen Unterrichts besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Die Bestrebungen für eine Besserung der marokkanischen Juden, bei denen der Hilfsverein durch die Anglo Jewish Association, die Wiener Allianz und hervorragende Einzelpersonen anderer Länder, namentlich durch Herrn Jakob H. Schiff-New-York, unterstützt wurde, hatten den Erfolg, dass die Mächte auf der Konferenz von Algeciras einmütig eine Resolution zugunsten der marokkanischen Juden annahmen. — Die Haupttätigkeit des Hilfsvereines musste sich wieder Russland zuwenden, wo die schwere Leidensgeschichte der Juden um viele traurige Kapitel bereichert worden ist. Neben den 1,060.000 Mark, die der Hilfsverein vom Oktober bis zum Schluss des Jahres 1905 für Russland überwiesen hat, hat er im Jahre 1906 weitere 1,476.000 Mark aufgewendet, so dass er seit dem Ausbruch der Massenprogrome rund zweieinhalb Millionen für Russland verausgabt hat. Es war auch möglich, eine Anzahl von Christen, darunter in Russland ansässige Deutsche, die während der Judenmetzeleien in anerkennenswertester, zum Teil heldenhaftester Weise die Juden zu verteidigen suchten und dabei Schädigungen erlitten hatten, zu unterstützen. Von dea 1650 Kindern, die durch die Judenmetzeleien verwaist wurden, konnte der grösste Teil in Russland versorgt werden. Für 120 aber wurde durch des Hilfsvereines und der Grossloge für Deutschland Vermittlung in Westeuropa und in überseeischen Ländern eine neue Heimat geschaffen. Für die russischen Flüchtlinge wurden an den Haupteisenbahnpunkten Verpfiegsstätten unterstützt, beziehungsweise eingerichtet. 60.751 Auswanderern hat der Hilfsverein in dieser Weise seine Fürsorge zuwenden können. 2265 Auswanderer, die auf der Reise erkrankten, wurden durch die Anstalten des Hilfsvereines geheilt. Die gesamte jüdische Auswanderung dürfte im vergangenen Jahre 200.000 Seelen betragen haben. Berlin. („B e z al e 1", Verein zur Förderung von Kunstgewerbe und Hausindustrie inPalästina und denNachbar- 1 ändern.) Am 17. Jänner fand unter Vorsitz von Prof. Warburg eine Ausschussitzung des Vereines „Bezalel" statt, auf der der Maler Gottlieb, der bereits einige Monate in der „Bezalel"-Schule in Jerusalem tätig war, über die Fortschritte der Schüler Bericht erstattete. Die Ausschussmitglieder nahmen mit grossem Interesse und mit Genugtuung die Mitteilungen vom aussarordentlich erfrealichen Eifer, Fleiss und Ernst der Schüler zur Kenntnis, die auch die arbeitsfreie Zeit einer belehrenden gemeinschaftlichen Lektüre widmen und von ihrer Aufgabe, die palästinensische Judenheit ökonomisch und moralisch zu heben, ganz erfüllt sind. Fünf junge Leute, die in den letzten Monaten aus Russland nach Jerusalem ausgewandert sind, haben in sehr kurzer Zeit in der „Bezalel"-Schule die Steinhauerei erlernt, so dass sie jetzt einen auskömmlichen Erwerb haben. Da unter den Jerusalemer Juden gar keine Steinhaaer bis jetzt vorhanden sind, trotzdem sie viel Beschäftigung finden könnten, wurde der Vorschlag von Prof. Schatz, in der „Bezalel"-Schule eine Abteilung für Steinhauer-Arbeiten einzurichten, wofür besonders Professor

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