Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 19 (1907)
- Issue
- 2 (2.1907)
- Date
- 1907-02-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Wien. (Jubiläum.) Vor Kurzem feierte in aller Stille der Wiener k. u. k. Hof-Steinmetzmeister Eduard Hauser das Jubiläum des 125jährigen Bestandes des Steinmetz-Geschäftes in der Familie Hauser. Was in dieser langen Zeit an verdienstlicher Arbeit geleistet wurde, kommt in dem Eenommee dieser Firma zum Ausdruck, die in ihrer Branche gewiss die bedeutendste ist. Viele der giössten Denkmäler auf den Friedhöfen stammen von der Fiima Hauser, so Gutmann, Königswarter, Wiener, Thorsch, Benedikt, Kranz, Bondy, Spitzer etc. etc. Am Jubiläumstage fehlte es nicht an ehrenden Beweisen für Herrn Eduard Hauser, wie auch für seinen Sohn Herrn Ingenieur Robert Hauser, der seinem Vater mit seinem Wissen und Können zur Seite steht. Prag. („A f i k e J e hu d a".) Es gereicht uns zur ganz besonderen Freude, feststellen zu können, dass dieser Verein unter der Aegide seines Präsidenten des Herrn Rabbiners Dr. Aladar Deutsch eine auffallend lebhafte Tätigkeit entwickelt und mit den von ihm veranstalteten Vorträgen ganz bedeutende Erfolge erzielt. Besonderem Interesse begegnete der letzte Vortrag eines heimischen Gelehrten, des Herrn Rabbiners Prof. Dr. N. Giün. Der Vortragende hat in überaus anziehender, hie und da durch kernige und doch fein pointierte, ironische Bemerkungen gewürzter Weise eine Auslese ebenso interessanter, wie lehrreicher Reminiszenzen an die alte Prager Ghettogemeinde geboten. Die Erörterung der Bedeutung des damaligen Oberiabbiners Oppeuheimer und seiner weltberühmten Bibliothek, welche ihr literarisches Denkmal in dem grossen Werke des jüngst verstorbenen Berliner Gelehrten Steinschneider gefanden hat, gab der versammelten Zuhörerschaft Veranlassung, den Alanen dieses grossen Gelehrten unserer Zeit eine spontane Ehrung durch Erheben von den Sitzen darzubringen. Wir wollen hoffen, dass der Verein „Anke Jehuda" auch weiterhin seinen Zwecken mit gleichem Eifer nachkommen wird, wozu ihm die bisherigen Erfolge seiner Veranstaltungen reichlich Ansporn zu geben geeignet sind. M. Prag. (Aus unserer Kultusgemeinde.) Die Verhandlungen der löblichen Repräsentanz unserer Kultusgemeinde erfreuen sich einer allgemeinen Nichtbeachtung seitens der Herren „Angehörigen'4. Das ist freilich nicht sehr zu verwundern. Bietet es doch schon eine gewisse Schwierigkeit, sich die Kenntnis davon zu schaffen, dass überhaupt eine Sitzung der Repräsentanz stattfindet. Nach dem Statut besteht für das Präsidium der Repräsentanz keine Verpflichtung, öffentlich bekanntzugeben, wann sie ihre Sitzungen abhält. Trotzdem wird jede Sitzung durch Anschlag einer Kundmachung an das Tor des Rathauses verlautbart. Es mag dies wohl auf Grund irgend einer althergebrachten Uebung oder eines automatisch sich wiederholenden Beschlusses der Repräsentanz geschehen. Von den zirka 3400 Steuerträgern der israelit sehen Kultusgemeinde Prag werden wohl nur wenige von dieser Einrichtung Kenntnis haben, ebenso wie die wenigsten wissen dürften, dass die Sitzungen der Repräsentanz „in der Regel" öffentlich sind und dass der Zutritt zu denselben „nach Massgabe des vorhandenen Raumes" den „männlichen erwachsenen Angehö.igen" gestattet ist. Der Anschlag an den Toren des Rathauses ist eben nicht mehr zeitgemäss und für den Zweck einer Verlautbarung nicht mehr geeignet, denn es dirfte wohl heutzutage nur sehr wenige „Angehörige" gjben, welche regelmässig in die Gegend des jüdischen Rathauses kommen. Es würde uns sehr freuen, wenn dieser Hinweis Veranlassung geben würde, dass die löbliche Repräsentanz einen geeigneteren Modus für die Verlautbarung ihrer Sitzungen und der Verhandlungsgegenstände wählen würde. Dann würde gewiss das Interesse der Steuerzahler ein regeres werden, was wiederum für die Herren Mitglieder der Repräsentanz sicher nur vom Vorteil wäre. Denn, welche Befriedigung kann e3 diesen Herren bieten, wenn sie im Schweisse ihres Angesichtes über das Wohl und Wehe ihrer Gemeinde beraten und beschliessen und wenn von dieser, ihrer überaus anerkennenswerten Arbeit und nicht zu unterschätzenden Leistung keine Menschenseele was erfährt. Und doch gewinnt der aufmerksame Zuhörer bei den Verhandlungen der