Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 19 (1907)
- Issue
- 2 (2.1907)
- Date
- 1907-02-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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'AO Kenntnisse zur Verfügung gestellt. Wir betrauern in ihm einen treuen Kampfgenossen, dessen Andenken wir stets hochhalten werden. Bei dem am 24. d. M. stattgefundenen Leichenbegängnisse, an welchem Vertreter aller Gesellschaftsklassen, des Kultusvorstandes, der Advokatenkammer, des Vorstandes der „Union" usw., teilnahmen, widmete Babbiner Dr. G e 1 b h a u s dem Verstorbenen einen tief empfundenen Nachruf, in welchem er insbesondere die Verdienste Dr. Zins um die „Oesterreichisch-Israelitische Union", diesen grossen und mächtigen Schutzverein der österreichischen Juden, hervorhob. Im Namen der „Union" widmete Sekretär Siegfried Fleischer dem Dahingegangenen den letzten Abschiedsgruss. Zentralstelle zur Wahrung jüdischer Interessen bei den Reichsratswahlen. Der Vorstand und Beirat der „Union" hat sich unter Zuziehung einer Anzahl hervorragender Glaubensgenossen als Zentralstelle zur Wahrung der jüdischen Interessen bei den Beichsratswahlen konstituiert. Aus unserem Rechtsschutz- und Abwehr-Bureau. Die Phantasien einer Hysterischen. Im Septemberheft des Vorjahres berichteten wir über die Beschuldigung einer hysterischen Dienstmagd Namens Marie Kosina in Chotzen gegen den bei ihrem Dienstgeber Gottlieb zu Besuch weilenden Jakob Loderer, dass ihr derselbe des Nachts Blut abgezapft habe. Wir haben damals veranlasst, dass das strafgerichtliche Verfahren gegen Marie Kosina, sowie gegen deren Vater und Schwester als Verbreiter des verleumderischen Gerüchtes eingeleitet werde, und erhalten nun über den Verlauf der Angelegenheit folgenden Bericht: Die Staatsanwaltschaft hat das Strafverfahren gegen Marie Kosina eingestellt. Massgebend hiefür war zweifellos die ärztlich konstatierte Tatsache, dass Marie Kosina des Gebrauches der Vernunft gänzlich beraubt, das heisst sinnesverrückt ist. Mittlerweile ist bei Marie Kosina der religiöse Wahnsinn ausgebrochen. Sie geht in der Stadt umher, ladet die Leute zu ihrer Hochzeit ein, erzählt, sie werde heiraten, und zeigt das in der Hand gehaltene Kruzifix als ihren Bräutigam vor. In der Kirche benimmt sie sich so exzessiv, dass der Geistliche sich während des Gottesdienstes zu ihr hinunter verfügen und sie beruhigen musste.