Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 19 (1907)
- Issue
- 2 (2.1907)
- Date
- 1907-02-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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19 innert, erheischt eine so grosse Wertschätzung der Menschenwesen und verpflichtet so strenge zu einer tief ethischen Lebensheiligung, dass sie vernünftigerweise nicht als eine Zurücksetzung der anderen Völker aufgefasst werden kann und niemand, der sie recht begreift, darob hochmütig zu werden vermag. Wie sagt doch der Prophet Arnos: „Nur euch habe ich ausersehen von allen Geschlechtern der Erde; darum will ich an euch ahnden all euere Laster (Arnos 3, 2), und was ist Gott missliebiger als Hochmut?! es ist ja, wie der Weise sagt (Sprüche 16, 5), jede Art desselben vor dem Ewigen ein Greuel. Will indes ein überhitzter Grundleger der Auserwählung irgend einen Wahn unterlegen, möge er jeien beliebigen wählen und uns, wenn ihm die Phrase gefällt, eines tollen Hochmuts zeihen, aber von einer Menschenklasse, welche Millionen umfasst, die für ihre Mitmenschen anderen Stammes und verschiedenen Glaubens von Wohlwollen erfüllt sind, sich ihres Gedeihens freuen, ihre Leiden mitempfinden, ob ihres Unglücks zu Tränen gerührt* werden und wo nur möglich hilfbereit sind, zu behaupten, dass sie eines jeden anderen Menschen offener oder versteckter Feind ist, geht denn doch über alles, was die Schamröte ins Gesicht treibt! Mitteilungen der „Oesterreinhiseh-Israelitischen Union". Aus item Vorstande der „Union". Herr Dr. Heinrich Schreiber hat als Vizepräsident der „Union" seine Demission gegeben und ist aus dem Vorstande ausgetreten. An seine Stelle wurde Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Jakob Orn stein in den Vorstand kooptiert. Dr. Sigmund Zins. Am 22. d. M. starb nach längerem Leiden Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Sigmund Zins, einer der Gründer der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" und langjähriges Vorstandsmitglied unseres Vereines. Der Dahingeschiedene hat schon vor zwanzig Jahren mit klugem politischen Vorausblick die Notwendigkeit erkannt, die Juden zur Selbstverteidigung ihrer staatsbürgerlichen Rechte aufzurufen und sie unabhängig von den politischen Parteien zu machen. Mit regem Eifer und unermüdlicher Pflichttreue hat er in unserem Vorstande für diese seine Ideen gewirkt und auch dem Rechtsschutzbureau in selbstlosester Weise seine bedeutenden juristischen