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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1906-12-01 · 12 (12.1906) · p. Seite 10

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
18 (1906)
Issue
12 (12.1906)
Date
1906-12-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 leute, aus derenErwerb erhoheSteuern bezieht, in diesem Erwerb geradezu vogelfrei macht. Wir erheben neuerdings nachdrücklichste Beschwerde darüber, dass die k. k. Staatsanwaltschaften von Wien und Innsbruck in den hier erwähnten Fällen ihre gesetzliche Pflicht nicht erfüllt haben, und verlangen, dass das hohe k. k. Justizministerium in diesen besonderen Fällen durch entsprechende Weisungen Remedur schaffe, dass aber auch durch eine generelle Verfügung alle k. k. Staatsanwälten gegenüber der systematisch betriebenen Boykotthetze an ihre Pflicht gemahnt werden. Wir haben bisher im Vertrauen auf die strenge Objektivität und Gesetzestreue der hohen Justizverwaltung uns damit begnügt, in jedem einzelnen Falle den Weg der direkten Beschwerde bei dieser hohen Amtsstelle zu beschreiten und wir müssten es tief bedauern, wenn wir bei der fortgetzten Ergebnislosigkeit solcher Beschwerden gegen die den jüdischen Geschäftsleuten angetane Unbill und Benachteiligung die Flucht in die Oeffentlichkeit ergreiten müssten. Mit dem Ausdrucke tiefster Ehrerbietung Wien, 19. Dezember 1906. „0 österreichisch -Israelitische Unio n": Der Sekretär: Der Präsident: Siegfried Fleischer. Siegmund Mayer. Die jüdischen Militärärzte. In der diesjährigen Delegationssession hat bekanntlich der Delegierte Dr. Straucher an den damaligen Reichskriegsminister P i t r e i c h eine Interpellation über die Zurücksetzung der jüdischen Militärärzte gerichtet: Die infolge dieser Interpellation vom Feldzeugmeister P i t r e i c h gegebenen Aufklärungen haben wieder einmal gezeigt, dass die Statistik nicht mit Unrecht den Namen: „TäuschungsWissenschaft" führt. Wir wollen nicht mit Herrn von P i t r e i c h, der als ein loyaler offener Mann bekannt ist, rechten. Gewiss hätte er, wenn ihm die Verhältnisse näher bekannt sein würden, sich nicht dazu hergegeben, für den Chef des militärärztlichen Offizierskorps mit so viel Emphase einzutreten und das von diesem gelieferte Material zu produzieren, welches die tatsächlichen Verhältnisse verschleiert und der gestellten Anfrage direkt aus dem Wege geht. Nicht um den grösseren oder kleineren perzentuellen Anteil aktiver jüdischer Militärärzte handelt es sich, — schliesslich konnte man die vorhandenen jüdischen Militärärzte nicht massenweise pensionieren oder bei der Beförderung übergehen, — sondern vor allem darum, dass seit Jahren den Juden der Eintritt als Militärärzte so gut wie verwehrt ist. Durch letzteren Umstand wird

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