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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1906-11-01 · 11 (11.1906) · p. Seite 14

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
18 (1906)
Issue
11 (11.1906)
Date
1906-11-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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n und 20 des Kapitels mit dem Ausdrucke Tamrurim —, sondern anstatt dessen die Merkmale^des Leidensweges und seiner Stationen im Gedächtnisse zu behalten und an die Rückkehr zu denken, und sein Rat hat bei seinen engeren Landsleuten am meisten gefruchtet, sie waren unter den ersten, die von der Erlaubnis des Königs Cvrus Gebrauch gemacht und in ihr Vaterland zurückgekehrt. Der Leidensweg Israels hat sich beispiellos verlängert. Wer zählt die Misshandlungen, die wir auf ihm erduldet, und kennt alle seine mit unserem Herzblute bezeichneten Stationen?! Und dennoch ist unsere Hoffnung kein leerer Traum; das uns, aller wider uns gebrauchten Unmenschlichkeit zum Trotz, erhaltene Gefühl tiefgehender, reger Menschlichkeit verbürgt eine menschenwürdige Zukunft und zeigt schon jetzt den Weg, der zu ihr führt. Edel sei der Israelit, liebreich und gut, zu seinen Stammesgenossen und zu allen Menschen, in dem Grade, wie man sich ihm gegenüber unedel, lieblos und ungut verhält; das ist der einzig wirksame Protest wider alle Verleumdungen und Lügen, die man gegen uns aufbietet. Leopold Mandl. Mitteilungen der „Oesterreichisch-Israelitischen Union". Die Wiener Kultuswahlen. Das Programm des Zentral-Wahlkomitees für die Wiener Kultuswahlen liegt nun vor. Es fordert von den Kandidaten Integrität des Charakters, lebendige Glaubenstreue und reges Stammesbewusstsein,dann mannhaftes und unerschrockenes Eintreten überall dort, wo Uni echt und Verfolgung im eigenen Lande wie anderwärts unsere Glaubensgenossen bedrängen. — Das Programm lehnt derzeit eine Aenderung der Gemeindeverfassung ab und wendet sich insbesondere gegen die propagierte Einiührung des allgemeinen Wahlrechtes innerhalb der Kultusgemeinde, weil ein solches Wahlrecht zweckwidrig und mit der Volksüberlieferung im Widerspruche wäre und überdies mangels einer indirekten Besteuerung in der Kultusgemeinde zu deren wirtschaftlichen Niedergang führen würde. In der bestehenden Möglichkeit einer fakultativen Steuerleistung von 10 Kronen erblickt das Zentral- Wahlkomitee eine ausreißende Handhabe zur Demokratisierung des Wahlrechtes, wenn nur von dieser Berechtigung die berufenen Volkskreise ausreichenden Gebrauch machen wollten, was bisher nicht geschehen ist. — Das Programm fordert weiters die fortschreitende Ausgestaltung des Wirkungskreises der Bezirks-Kommissioneu und im Religionsunterrichte eine wesentliche Unterscheidung zwischen dem Unterrichte in der Religion als Zweck und dem Unterrichte in der hebräischen Sprache als eines der

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