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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1906-11-01 · 11 (11.1906) · p. Seite 10

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
18 (1906)
Issue
11 (11.1906)
Date
1906-11-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 könne, und wenn er des Glaubens entsagte, dass diese Tat nur Gott vorbehalten sei, so gedachte er gerade im Hauptpunkt des Zionismus assimilatorisch. So wie der Zionismus aber auf Abwege geriet, so lässt sich dies auch von der „Assimilation" behaupten, ihre Anpassungs- Versuche blieben oberflächlich, gingen nicht in die Tiefe, es entwickelten sich gerade durch dieses Anschmiegen an fremde nationale Charaktere die hässlichsten Missformen und so lässt sich sowohl vom Zionismus, als auch von der Assimilation erklären, dass sie in den Sumpf des Ghettojudentums, den sie trockenlegen wollten, wieder hineingerieten. Nur dadurch, dass „Assimilation" und Zionismus auf den richtigen Weg zurückgeführt werden, wird es gelingen, die Interessen der Judenschaft in vollstem und reichstem Masse zu fördern. Es ist vor allem zu versuchen, die Gegensätze zu beseitigen, die sich zwischen beiden Bestrebungen entwickelt haben. Es ist nicht schwer, jene Gebiete aufzuzeigen, auf denen ein Zusammenwirken ohneweiters möglich wäre. Ich spreche nicht davon, dass auch die Assimilanten in ungeschwächter Aufrechterhaltung ihres Standpunktes die zionistischen oder auch die itoistischen Pläne fördern können. Die Erfahrung in den westlichen Ländern spricht dafür, dass sich die „Assimilation" und die Poussierung dieser Bestrebungen wohl miteinander verträgt. Auch in Oesterreich lehrt ein Beispiel aus der letzten Zeit, dass eine Kooperation in dieser Richtung möglich ist. Der in Wien bestehende Kolonisationsverein hat vor wenigen Wochen einen Aufruf erlassen, in welchem er der Leiden unseres Volkes gedenkt und ausdrücklich erklärt, es müsste für unsere verfolgten Brüder in Palästina eine Heimat geschaffen werden. Dieser Aufruf bringt die Namen markanter Persönlichkeiten aus dem Lager der Assimilationspartei. Auch bei rein humanitären Bestrebungen ist die Vereinigung von Zionisten und Assimilanten möglich, und endlich möchte ich darauf hinweisen, dass der Eintritt der Zionisten in die Kultusstube von den Assimilanten nur begrüsst werden kann. Sie haben sich bereits bisher als tüchtige Mitarbeiter erwiesen und es ist zu hoffen, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird. Was wir, meine Hochverehrten, konservieren wollen, das sind nicht die Schlacken, sondern das Gold des Judentums. Das Gold des Judentums, das in unserer Lehre und in unseren Traditionen blinkt, das im Schosse unseres Familienlebens sanft erglänzt, das in unseren Herzenstaten funkelnd und leuchteud zutage tritt. Die Zionisten planen, aus dem Golde des Judentums das Kunstwerk eines Judenstaates zu formen. Die Jüdisch-Nationalen wollen daraus ein gediegenes RüstwTerk schaffen zum Kampfe für unsere Rechte im Vaterlande. Die Assimilanten wünschen,.

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