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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1906-10-01 · 10 (10.1906) · p. Seite 17

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
18 (1906)
Issue
10 (10.1906)
Date
1906-10-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 suchten verzweifelt das Mädchen, doch ohne Erfolg. Im Dorfe begann man gleich zu flüstern, dass die Inhass von den Juden ermordet worden sei. Eben desshalb suchte das Stuhlrichteramt energisch nach dem Mädchen und in diesen Tagen wurde endlich bei Zenta der Leichnam aus der Theiss gezogen. Derselbe war schon ganz in Auflösung, das Haar ganz herabgerissen und am Halse Spuren der E r w ü r g u n g. Als man in Magyar-Kanizsa Kenntnis erhielt, brach ein förmlicher Aufstand aus. Die mit Hiuen bewaffneten Bauern griffen zuerst das Haus des Hilfskantors an, dann die Häuser der übrigen Juden und bezeigten eine drohende Haltung. Die Behörde musste dazwischen treten, aber die Stimmung ist noch immer eine erregte und es ist nicht ausgeschlossen, dass es zujernsteren Zusammenstössen kommt." „In K a g c h a u erstatteten am 29. September, dem Versöhnungstage, zwei Arbeiterinnen bei der Stadthauptmannschaft die Anzeige, dass die Juden gewaltsam einen Christenknaben in ein orthodoxes Bethaus der Vorstadt geschleppt und dort abgeschlachtet hätten. Um zu eruieren, was an der Anzeige Wahres sei (!), entsandte der diensthabende Polizeikonzipist zwei Polizisten und zwei Detektives an den von den Anzeigerinnen bezeichneten Ort. Während die Juden in dem Grotteshause dem feierlichen Gottesdienste beiwohnten, wurden der ganze Tempel und die in der Umgebung desselben befindlichen jüdischen Wohnungen durchsucht, ohne dass auch nur die geringste Spur eines angeblichen Verbrechens gefunden worden wäre. Die Durchsuchung des Tempels hatte selbstverständlich die denkbar grösste Aufregung unter den Andächtigen hervorgerufen. Die Empörung der jüdischen Gemeindemitglieder steigerte sich ins Ungemessene, als die beiden Anzeigerinnen in einer Schar auf der Strasse spielender Kinder den vermissten, angeblich ermordeten Knaben erkannten. Die hiesige Kultusgemeinde beabsichtigt gegen die Polizeiorgane, welche in das Bethaus eingedrungen waren, die Strafanzeige wegen Religionsstörung zu erstatten." — Weiters wird hiezu gemeldet: „Die Kaschauer Polizei erklärt nun die Nachricht, dass sie auf eine Anzeige hin . das in der Szepsigasse Nr. 22 befindliche Haus von Detektives und Polizisten einschliessen und in dem dort befindlichen Bethause eine Untersuchung vornehmen liess, weil der Hausbesitzer angeblich ein christliches Kind zu rituellen Zwecken geschlachtet hätte, in einem offiziellen Kommunique für unwahr. Sie bestätigt, dass ein Jude in. der angegebenen Zeit ein weinendes Kind an der Hand geführt und wegen störrischen Benehmens mehreremale auf den Rücken geschlagen habe und dann in das Haus Nr. 22 gegangen sei. Diese Szene verursachte eine Ansammlung der Passanten, es entstand > 2

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