Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 18 (1906)
- Issue
- 10 (10.1906)
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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15 schluss blieb auf dem Papier, obwohl die „Oesterreichisch- Israelitische Union-' dessen Ausführung dringend urgierte. Die Aktion der führenden Persönlichkeiten der galizischen Judenschaft beschränkte sich auf die Entsendnng einer Deputation, bestehend aus den Präsidenten der Lemberger und Krakauer Kultusgemeinde, Dr. Schaff und Dr. T i 11 e s, ferner den Herren v. Horowitz und Dr. Löwenstein an den Polenklub. Der Deputation hatten sich die Reichsratsabgeordneten Dr. Gr o 1 d, Dr. K o 1 i s c h e r und Dr. S e i n f e 1 d angeschlossen. Die Abordnung äusserte den Wunsch, dass für die galizischen Juden acht Wahlkreise gesichert werden, und stellte zu diesem Zweck Anträge auf Abänderung der vom Ausschuss genehmigten Wahlkreiseinteilung. Obmann des Polenklubs R. v. A b r a h amowicz verwies auf die Schwierigkeit, eine Reassumierung der bereits beschlossenen Wahlkreise vorzunehmen, versprach jedoch, das mögliche zu tun, um den Wünschen der jüdischen polnischen Bevölkerung zu entsprechen. Abgeordneter Dr. G 1 o m b i n s k i eröffnete der Deputation, dass ausser den sechs Wahlkreisen, die den Juden zugesichert wurden, noch ein siebenter Wahlkreis in G-alizien mit absoluter Majorität der Juden gebildet wurde, namentlich der städtische Bezirk Sokal-Belz-Rawa- Z o 1 k i e w. Dr. G-lombinski wurde damit betraut, die Einzelheiten der gewünschten Abänderungen mit der Deputation näher zu besprechen. Die Wünsche, die seinerzeit Dr. Byk berechtigtermassen zum Ausdrucke gebracht hatte, ^ind weiter gegangen und sie wären bei entsprechender Energie auch durchzusetzen gewesen. Den galizischen Juden, welche 12 Perzent der gesamten Bevölkerung ausmachen, gebühren 13 von den 108 galizischen Mandaten. Was jetzt auf dem Wege einer zahmen Bitte erreicht wurde, ist angesichts der erhöhten Bedeutung des wahlberechtigten jüdischen Elementes für den Polenklub herzlich wenig, und auch da fragt es sich noch, ob man einzelnen Wahlbezirken mit absoluter jüdischer Majorität nicht Kandidaten anderer Konfession oder solche jüdische Kandidaten aufzwingen wird, welche die Vertretung jüdischer Interessen als ihre letzte Aufgabe betrachten. Die Erfahrungen der letzten Ersatzwahl in Brody hätten den Polenklub doch zu einem grösseren Entgegenkommen bestimmen müssen. Die Aufnahme in eine: Religionsgenossenschaft. Aus L e i p n i k wird uns gemeldet: Nach Ansicht der Bezirkshauptmannschaft Mährisch-Weisskirchen und der mährischen Statthalterei genügt es, wenn ein Konfessionsloser, der zu seiner früheren Konfession, in unserem Falle dem Judentum, zurücktreten will, dies beim Kultusvorsteher oder beim Seelsorger der-