Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 18 (1906)
- Issue
- 10 (10.1906)
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Jene Mitglieder, welche den ihnen zugesendeten Union-Kalender bisher weder retourniert noch bezahlt haben, ersuchen wir um Zusendung des Betrages von K 1.60 mittelst des in ihren Händen befindlichen Posterlagscheines, damit nicht überflüssigerweise weitere Einhebungskosten verursacht werden. Aus unserem Rechtsschutz- und Abwehr-Bureau. Die Phantasien einer Hysterischen. Zu der im August-Septemberhefte mitgeteilten Chotzener Blutabzapfungsaffäre wird uns berichtet, dass das von der Staatsanwaltschaft iu Chrudim wegen angeblich an der Marie K o s i n a verübter strafbarer Handlungen eingeleitete Strafverfahren wegen Mangels eines Tatbestandes eingestellt wurde. — Die gegen Marie Kosina erstattete Strafanzeige wegen Verbreitung falscher, beunruhigender Gerüchte dürfte mit der Begründung, dass Marie Kosina nach den vom Gerichte gepflogenen Erhebungen unzurechnungsfähig sei, zurückgelegt werden. Die Kosina selbst erklärt hsute, nicht zu wissen, dass sie je eine Baschuldigung wegen Blutabzapfung gegen Jakob Lederer erhoben habe. Die jüdischen Mandate in Galizien. Nach dem Tode des Abgeordneten Dr. Byk, der in Konsequenz der allgemeinen Vermehrung der galizischen Mandate durch die Wahl reform auch eine Vermehrung der jüdischen Mandate verlangt hatte, machte sich im Polenklub das Bestreben bemerkbar, nicht nur die dem Abgeordneten Dr. Byk erteilte Zusage nicht einzuhalten, sondern sogar den bisherigen jüdischen Besitzstand zu schmälern. In einer Zuschrift an die Lemberger israelitische Kultusgemeinde hatte der Abgeordnete Dr. S e i n f e 1 d auf die grosse Gefahr aufmerksam gemacht, welche in dem Vorschlage des Abgeordneten G1 o m b i n s k i lag, aus den bisherigen fünf Wahlbezirken mit absoluter jüdischer Majorität sieben Wahlbezirke mit nur relativer jüdischer Majorität zu machen. Der Lemberger Kultus vorstand beschloss hierauf die Einberufung eines jüdischen Notabeintages in die galizische Landeshauptstadt, um der Forderung nach Erweiterung, zum mindesten aber Sicherung des jüdischen Besitzstandes grösseren Nachdruck zu verleihen und das von Glombinski geplante Attentat abzuwehren. Aber dieser Be-