Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 18 (1906)
- Issue
- 10 (10.1906)
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 nach und nach die Menschheit sonnenhell bestrahlte. Die Harmonie der Geschichte wird durch einen bisher nicht überwundenen Misston gestört, und diesen Misston bilden die Juden, eine aus Semiten, Sumero-Akkadern (Turaniern), Egyptern, Chetitern (Syriern) und indoeuropäischen Amoritern bastardierte Mischrasse Sie grinsten die Griechen, dann die Römer und schliesslich die germanischen Helden an, überall an ihrem verkümmerten Jahveglauben festhaltend und kleine Geschäftchen machend. Dass die Jaden bis heute noch existieren, das verdanken sie dem durch das Christentum künstlich in die Kirche eingedrungenen Judentum, wodurch sie, als die Henker Christi, die Völker faszinierten. Aber wie alles Gewordene, werden auch sie schliesslich untergehen. Vorläufig haben die Germanen alles jüdische, jede Vermischung mit der niedrigen Judenrasse energisch abzuwehren. Wenn ein Jude dies schreibt, klingt es wie Ironie, bei Chamberlain ist es bitterer Ernst, mit Schädelmessungen, alten und neuen Urkunden belegt. Liest man Chamberlain, ist man geneigt, ihm aufs Wort zu glauben. Erst nach und nach kommt die Besinnung, insbesondere wenn man Jude ist. Die erste Frage, die man sich unwillkürlich stellt, ist die: alles zugegeben, was Chamberlain ausführt, zugegeben, dass nicht die Juden sondern die Germanen das auserwählte Volk der Vorsehung sind, dass die Juden stets die anderen Völker gehasst, nie etwas erfunden haben, eine öde Religionsphilosophie ohne eine Spur von Wissenschaft besitzen, was soll aus allen Nichtgermanen und insbesondere aus den Juden werden? Der den Juden, als einem Gewordenen, in sichere Aussicht gestellte Untergang enthält keine Antwort auf jene weltbewegende Frage. Denn datiert unsere Geschichte von dem Auftreten Abrahams, also seit 1900 v. Chr., so existierten wir bereits 3800 Jahre, und sollte sich unser Untergang auf einen gleichen weiteren Zeitraum von 3800 Jahren erstrecken, so könnte es geschehen, dass wir auch die Germanen überleben würden. Diese Antwort ist also keine Antwort, und eine andere findet man bei Chamberlain nicht. Und da muss man sich doch sagen : ein Volk, welches existiert, muss seine Existenzberechtigung in sich tragen, und ist es so stark, dass es so viele und mächtige Völker überdauert hat, so muss auch seine Existenzberechtigung eine ausserordentlich starke sein. Angesichts dieses Schlusses, der unmöglich ein Trugschluss sein kann, fällt der ganze mit unsäglichem Scharfsinne aufgeführte Bau Chamberlains in sich zusammen. Entweder ist es falsch, dass wir von Semiten, Sumero-Akkadern, Egyptern, Babyloniern, Chetitern, Amoritern, Phöniziern und Philistern abstammen, oder wenn es wahr ist, scheint die Mischung eine ausserordentlich gelungene gewesen zu sein. Auch ist die Geschichte dieser Völker nicht ganz zu verachten. Die Sumero- Akkader, Egypter, Babylonier mögen jede für sich eine mehrere tausend Jahre zählende Geschichte gehabt haben. Auf wieviel