Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 18 (1906)
- Issue
- 10 (10.1906)
- Date
- 1906-10-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Ich sehe für die Regeneration Russlands keine andere Möglichkeit als diese; und nur mit dieser Regeneration ist auch auf eine Besserung der Lage der russischen Juden zu rechnen. Und da kein Anlass'vorliegt, an der Zukunft der grossen slawischen Nation zu verzweifeln, so wird — ich fürchte freilich nach vielem Blutvergiessen — auch das autokratische Regime in Russland vernichtet werden, das Regime der Korruption, der Brutalität, der Willkür und der Beschränktheit, und an die Stelle von Scheinkonzessionen wird dann eine wahrhaft moderne Gestaltung des öffentlichen Lebens für alle Russen hoffentlich treten." St. H. Ghamberlain's Grundlagen des XiX. Jahrhunderts. Chamberlain nennt sein Buch ein Werk eines Ungelehrten, eines Dilettanten. Dies gibt mir den Mut, mich über das Buch zu äussern, trotzdem ich ein Ungelehrter, ein unvergleichlich Mindergelehrter bin als Chamberlain. Man muss selbst das Buch gelesen haben, um sich eine Vorstellung zu machen, mit welcher Glut der Ueberzeugung es geschrieben worden ist. In dieser Beziehung ist dasselbe jedem zu empfehlen, der sich an einem mit seltenem Scharfsinne, in einem geradezu überwältigenden Style geschriebenen Buche ergötzen will. Ich möchte es geradezu eine Epopöe nennen. Vor dem geistigen Auge des Lesers zieht die ganze Weltgeschichte vorüber, Sumero-Akkader, Babylonier, Egypter, Assyrer, Perser, der Völkerhaufen Syriens, also Araber, Hebräer, Phönizier, Chetiter, Amoriter, Philister, dann Griechen, Römer und zum Schluss die unvergleichlichen Germanen. In dieser Reihenfolge bilden sie die Grundlagen des XIX. Jahrhunderts; in ihrer Geschichte, in ihrer Rasse liegen die wahren Ursachen der modernen Gestaltung der Menschheit. Die Menschheit wird durch Rasseneigenschaften der sie bildenden Völker geleitet. Obenan stehen die Indoeuropäer, weit abseits alle anderen Rassen, auch jene, welche in der Geschichte zeitweilig eine Rolle gespielt haben, also hauptsächlich die Semiten. Phantasie und somit Religion haben nur die Indoeuropäer, bei den Semiten ist beides verkümmert. Die Mischung bei den Rassen führt zu Fäulnis und somit zum Untergange. Griechen und Römer waren gross, sie schufen eine unvergleichliche Kunst und Wissenschaft und ein ideales Recht, solange sie unvermischte, ungetrübte Rassen waren. Mit dem Momente, als sie mit den Semiten in Berührung kamen, beginnt ihr Verfall und als gar die Vermischung beider Rassen überhand genommen hatte, waren sie der Fäulnis und dem Untergange geweiht. In diese Fäulnis schlugen dann die Germanen mit wuchtiger Faust, und aus der Finsternis begann ein neues Licht zu leuchten, welches