Mannheim
Compact Memory

Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1906-05-01 · 5 (5.1906) · p. Seite 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
18 (1906)
Issue
5 (5.1906)
Date
1906-05-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9756662-9603423-9603544--1404-9603561
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

17 Die Kultusvorsteher Professor Ehrmann und kaiserl. Eat Wilhelm Pollak motivieren ihre Haltung gegenüber der Resolution, indem sie betonen, dass sie vollständig mit dem Tenor derselben, das heisst mit ihrem ersten Teile, in welchen aus Gründen der Ehre die Solidarität mit den jüdischen Finanziers abgelehnt wird, übereinstimmen, dass sie jedoch aus Gründen der Kollegialität gegen den zweiten Teil gestimmt hätten, wenn eine gesonderte Abstimmung bewilligt worden wäre. Zum Schluss erteilte die Versammlung einstimmig dem Vorstande der „Union" das Absolutorium. Bei der vorgenommenen Wahl wurden die Herren Komm.* Bat Eduard Doctor, Emanuel Kanders und Dr. Heinrich Schreiber wieder-, und die Herren Univ.-Dozent Dr. Markus Hajek und Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Alexander Mintz neu in den Vorstand gewählt. Mit einem kurzen Dankesworte schloss um Uhr Nachts der Vorsitzende die Versammlung. * * * (Demission der Herren v. Taussig und Marmorek.) Herr Theodor Ritter von Taussig hat in der Sitzung des Kultusvorstandes vom 11. d. M. seine Demission als Mitglied der Kultusrepräsentanz gegeben. — Schon vorher hat auch Herr Architekt Oskar Marmorek in einer Zuschrift an den Piäsidenten der Kultusgemeinde sein Mandatals Kultusvorsteher niedergelegt. Zur Psychologie und Geschichte des Blutritualwahnes. Vortrag, gehalten am 2. Mai 1906 in der Generalversammlung des „Vereines zur Abwehr des Antisemitismus" in Wien. Von Dr.JMax G r u n w a 1 d. Die Gedenkblätter des jüdischen Volksstammes, oft genug blutig gefärbt, wissen doch an keiner Stelle davon zu melden, dass Israel selbst in der Zeit seiner Blüte, auf der Höhe nationaler und staatlicher Machtentfaltung es je versucht hätte, fremde Länder aus Eroberungssucht mit Krieg zu überziehen, andere Staatengebilde seiner Botmässigkeit zu unterwerfen. Nach Kriegsruhm und blutigem Siegeslorber trug es kein Gelüsten. Mit Recht bemerkt ein moderner Geschichtsphilosoph: Wenn es in der Geschichte üblich wäre, diejenigen Völker auszuzeichnen, welche nicht der Versuchung erlegen sind, die nationale Existenz schwächerer Nachbarn mit Gewalt oder List zu bedrohen, so müsste man Israel die Palme reichen. Der erwähnte Forscher steht nicht an, in dieser Tatsache eine der Ursachen von Israels staatlichem Untergange 2

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.