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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1906-03-01 · 3 (3.1906) · p. Seite 20

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
18 (1906)
Issue
3 (3.1906)
Date
1906-03-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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20 Drohobycz, 15. März 1906. Mit Achtung Eugen Bieganowsky. Lehrer am k". k. G3^mnasium." — Wie aus dem Schlussatze der Zuschrift des Herrn Bieganowski hervorgeht, ist die gegen ihn bei der massgebenden Behöide eingeleitete Untersuchung noch nicht zum Abschlüsse gelangt und das Ergebnis derselben liegt noch nicht vor. Nichtsdestoweniger glaubt Herr Bieganowski, auf dem Berichtigungswege die ihm zur Last gelegten Tatsachen als „falsche Anschuldigung" und „grobe Unwahrheit" bezeichnen zu können. Auch stellt Herr Bieganowski den Sachverhalt so dar, als ob die gegen ihn erhobene Anschuldigung lediglich auf der von der „Neuen Freien Presse" veröffentlichten Zuschrift aus Drohobycz beruhen würde, während die Untersuchung gegen ihn auf Grund des Beschlusses einer grossen Versammlung sowie eines Gemeinderatsbeschlusses eingeleitet wurde, der vom Kanonikus S e r v a c k i und Abgeordneten v. W i e s n i e w s k i befürwortet worden war. Herr Bieganowski muss also warten, bis der Landesschulrat das letzte Wort über ihn gesprochen haben wird. * * * Der galizische Landesschulrat hat den Gymnasiallehrer Eugen Bieganowski strafweise von Drohobycz nach Dembica v e rsetzt und über die weiteren, von den jüdischen Eltern vorgebrachten Beschwerden gegen die Gymnasialleitung durch Entsendung eines Schulinspektors eine genaue Untersuchung eingeleitet. Korrespondenzen. Prap. (Ein Prozess gegen Prof. Masaryk.) Allgemeine Aufmerksamkeit wird einer Klage zugewendet, deren Mittelpunkt Prof. Masaiyk von der hiesigen tschechischen Universität ist. Er hat in einer Versammlung am (24. Jänner, die sich mit der Denunziation eines katholischen Geistlichen gegen einen mährischen Mittelschullehrer, Juda in Prossnitz, beschäftigte, klar herausgesagt, dass die katholischen Religionslehrer, die Katecheten, Denunzianten der Lehrer seien. Seit Masaiyk im Hilsnerprozess gegen die klerikale Klique auftrat, wartete man nur auf eine Gelegenheit, um ihn zu vernichten. Im vorigen Jahre haben sich die tschechischen Mütter lächerlich gemacht, indem sie in einer Petition an den Kaiser um Masaryks Absetzung baten, weil dieser ihren studierenden Söhnen den Glauben raube. Heuer unternehmen 300 Katecheten den Kreuzzug gegen ihn, indem sie in ebensoviel Einzelklagen — Masaryk wegen Beleidigung belangen wollen. Krakau. Anlässlich der jüngsten Budgetdebatte im Krakauer Gemeinderate nahm der jüdische Gemeiuderat Dr. Adolf Gross Anlass in längerer Rede gegen die Zurücksetzung der Juden im Gewerbe wie auch im Lehrerstande Stellung zu nehmen. Dr. Gross wies darauf hin, dass die Krakauer Innungen keine Juden aufnehmen, obgleich das Gesetz religiöse Innungen nicht kenne. Das Absurde an diesem Vorgehen zeigt sich z. B. beim Fleischergeweibe, das noch am ehesten einen religiösen Anstrich habe, und auch dieses Gewerbe könne nicht nach Religionen geschieden werden, da ja bekanntlich

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