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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1906-03-01 · 3 (3.1906) · p. Seite 17

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
18 (1906)
Issue
3 (3.1906)
Date
1906-03-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 fuhren die Ergebnisse der kriminalpsychologischen Untersuchungen des Buches selbstverständlich logischerweise dazu, den ganzen Ritualmordschwindel, eine der erlesensten „Nummern" der antisemitischen Brunnenvergiftung, gründlich als solchen zu entlarven. Das Buch erwirbt sich dadurch ein doppeltes Verdienst. Der verhältnismässig jungen Wissenschaft von der richtigen Bewertung von Zeugenaussagen und der genauen Unterscheidung zwischen dem, was sie an Tatsachen wiedergeben, und dem, was bei ihnen die Einbildung tut, bietet das Nussbaum'sche Buch ein ausgezeichnetes Material, so dass wir das Erscheinen des Werkes im Interesse der Wahrheit im allgemeinen ebenso sympathisch begrüssen, wie im besonderen im Interesse des dringend notwendigen inneren Ausbaues der Rechtspflege." * * * Von dem Buche Dr. Nussbaums haben weiters in mehr oder minder ausführlichen Besprechungen bisher folgende Zeitungen Notiz genommen: „Die Zeit" und „Österreichische V o 1 k s z e i t u n g" in Wien, „Pester Lloyd", „L i d o v e N o v i n y•* in Brünn, „Präger T a g b 1 a 11", „Bohemi a", „Politik" und Cas" in Prag, „P o z o r" in Olmütz, „P i s e c k e L i s t y" in Pisek, „D e 1 n i c k y L i s t y" in Wien, „Egerer Zeitun g", „Bukowinaer Rundschau" und „Tagblatt" in Czernowitz, „Nieuwe Rotterdamsche C ourant" in Rotterdam. — Sie alle bezeichnen die Revision des Prozesses als ein Gebot der Gerechtigkeit. Die Blutläge. Ostern naht und wieder erneuern sich die albernen Märchen, dass die Israeliten nach dem Blute christlicher Mädchen trachten. Der „Cas" erhielt Nachrichten, dass insbesondere in Seltschan und Bonese h au ungeheuerliche Gerüchte zirkulieren. Auf dem Seltschaner Bahnhofe soll in einer Kiste, deren Inhalt als Glas deklariert war, ein Mädchen gefunden worden sein, das einen Mundknebel hatte, damit es nicht schreien konnte. Es wird erzählt, dass das Mädchen zum Arzte nach Beneschau gebracht worden sei. Selbstverständlich ist an diesen Märchen kein wahres Wort und nur bedauerlich, dass sie überhaupt noch entstehen.

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