Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 18 (1906)
- Issue
- 1 (1.1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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25 Abwehr antisemitischer Invektiven. Am 17. Dezember v. J. gebrauchten in Anwesenheit des Vorstehers Herrn Max W a 11 i s c h und des Kantors Herrn Sigmund J e 11 i n e k im Gasthause des Gustav Essl in 0 b e r h o 11 ab r u n n die Brüder Alois und Josef Frierss beleidigende Aeusserungen gegen die Juden. Die Ausfälle der genannten Brüder waren umso merkwürdiger als dieselben mit ihrem Geschäfte zum grossen Teile auf jüdische Kundschaft angewiesen sind. Die israelitische Kultusgemeinde Oberhollabrunn strengte nun durch unser Rechtsschutzbureau beim dortigen Bezirksgericht die Ehrenbeleidigungsklage gegen die Brüder Frierss an, welche von Herrn Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Oskar Hein vertreten wurde. Noch vor der Verhandlung hielten es die Angeklagten für ratsam, eine öffentliche Ehrenerklärung abzugeben, welche in Nr. 4 des Oberhollabrunner Lokalblattes „Bote für das Viertel unter dem Manhartsberg" vom 27. d. M. erschien. Ueberdies verpflichteten sich die Herren, je 50 K für die Ortsarmen und für die jüdischen Armen von Oberhollabrunn zu erlegen. Die Erklärung lautet: „Wir sprechen unser tiefstes Bedauern darüber aus, dass wir am 17. Dezember 1905 im Gasthause des Herrn Gustav Essl in Oberhollabrunn uns zu beleidigenden Aeusserungen gegen die Angehörigen der jüdischen Religionsgenossenschatt hinreissen liessen und erklären, dass wir diese Aeusserungen ihrem ganzen Inhalte undUmfange nach zurückziehen und dass es uns insbesonders fernliegt, der Ehre der beiden damals anwesenden Herren Max W a 11 i s c h und Sigmund J e 11 i n e k irgendwie nahetreten zu wollen. Alois und Josef Frierss jun. Schächtverbot. Der Gemeinderat von Bodenbach hat beschlossen, in einer Petition an den Reichsrat die Erlassung eines Schächtverbotes zu fordern. Die Kultusgemeinde Bodenbach hat gegen den Beschluss, im kommunalen Schlachthause zu Bodenbach das Schächten zu verbieten, den Rekurs an die politische Behörde ergriffen. Korrespondenzen. Wien. Professor Gustav Bickell, der in Wien am 15. Jänner verstorbene katholische Theologe und Orientalist, hat sich durch Entlarvung^ antisemitischer Talmudfälscher ein Verdienst erworben. Er hob seinerzeit hervor, dass sich in dem jüdischen Schrifttum, das nur einer kleineu