Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 17 (1905)
- Issue
- 8/9 (August/September 1905)
- Date
- 1905-08-01
- Page
- Seite 35 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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35 das kleine Wasserreservoir und auch die Halle an und für sich befindet sich in keinem solchen Zustande, wie wir es alle wünschen würden. Ich kann unmöglich alle Uebelstände schriftlich aufzählen, und wäre es sehr angezeigt, wenn sich einer der geehrten Herren vom Vorstande oder des Sekretariats selbst von diesen Zuständen überzeugen wollte. Ich gebe mich der angenehmen Erwartung hin, dass die verehrliche „Isr. Union" sich an Ort und Stelle von der Richtigkeit meiner Angaben überzeugen wird und dass sie durch die Veröffentlichung dieser Uebelstände den geehrten Vorstand unserer löblichen Kultusgemeinde zur Behebung derselben veranlassen werde. Meine Wenigkeit selbst dankt Ihnen im Voraus, . und des Dankes aller pietätvollen Juden, welche ihre angehörigen Toten am Währinger Friedhof besuchen, können Sie sicher gewärtig sein. Hochachtungsvoll und ergebenst Max Mo r berger. FEUILLETON. „Wenn nicht noch höher . . Erzählung eines Chassid. Aus den Jüdischen des J. L. Perez. Und alltäglich beim Morgengrauen während der Selichoth-Zeit pflegte der Rabbi von Nemirow zu verschwinden. Man sah ihn nirgends, weder in der Synagoge, noch in den Bethäusern, noch beim Gottesdienste in seiner Wohnung. Die Wohnung stand olfen, jeder konnte hineingehen, der Rabbi war nicht zu, sehen. „Wo konnte der Rabbi sein?" „Wo soll er sein! Natürlich im Himmel. Hat denn der Rabbi vor „ Jornim-Noroim" wenig zu tun? Hat er wenig Sorgen? Die Bedürfnisse der Juden sind gross.- Nahrung, Ruhe, Gesundheit — das alles brauchen die Juden. Die Sünden aber sind gross, der tausendäugige Satan sieht alles, bringt alles zur Anzeige und klagt an . . . ." Wer also soll für die Juden eintreten, wenn nicht der Rabbi? Ein Jude aus Litthauen aber, der einmal in Nemirow war, machte sich darüber lustig .... Sie kennen doch die Juden aus Litthauen? Moralische Erbauungsbücher achten sie nicht sehr, wiewohl sie ausgezeichnete Kenner des Talmud und.der rabbinischen 3*