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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1905-08-01 · 8/9 (August/September 1905) · p. Seite 31

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
17 (1905)
Issue
8/9 (August/September 1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 31 (sequence 31)
Language
German
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31 jüdischer Konfession vielfache Erleichterungen bringen wird, soll im September oder Oktober laufenden Jahres dem Staatsrat unterbreitet werden. Auch die Mitteilung, dass die Passvorschriften für amerikanische Juden zur Zufriedenheit der amerikanischen Geschäftswelt geregelt worden sein sollen, beruht auf einem Irrtum. Die Regelung ist vielmehr erst in Aussicht gestellt und soll besten Falls am 1. Jänner 1906 in Kraft treten. Geschieht das, dann soll allerdings der ausländische Jude, der nach Russland kommen, dort sich aufhalten oder reisen will, nicht anders wie jeder andere Ausländer behandelt werden. Wien. (Den Abschluss des Friedens zwischen Kussland und Japan) und die Gewährung einer Reichsvertretung, die allerdings vollkommen rechtlos ist und nur eine neue Folie für deu Absolutismus bilden soll, begleiten furchtbare Judenmassakres in allen grösseren jüdischen Städten. Solche Hinschlachtuugenhaben abermals in Kischenew, Kertsch, Jekaterinoslaw, Tscherkassy etc. stattgefunden. Die Bemühungen namhafter amerikanischer Glaubensgenossen, wie Schiff, Seligmann. S t r a u s s und L e v i s o h n, anlässlich der Anwesenheit Witte's in New-York, eine Besserung der Lage der russischen Juden zu erzielen, sind resullatlos geblieben. Länger als zwei Stunden dauerte die Besprechung der genannten Herren mit Witte. Sie erklärten nach der Konferenz, der Zweck ihres Besuches sei die Emanzipation der russischen Juden, die jetzt eine internationale Frage geworden sei. Für den Fall, dass diese Frage nicht bald in zufriedenstellender Weise erledigt würde, bestehe bei den Amerikanern eine starke Neigung, ihre ständigen Beziehungen zu Kussland entsprechend zu gestalten, und wenn Witte freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden Nationen wünsche, müsse er erst den internationalen Anstoss, den die Judenfrage bilde, dauernd beseitigen. Amerika habe bereits wegen der Metzeleien in Kischenew und Schitomir und wegen der Ausnahmegesetze gegen die Juden es abgelehnt, Kussland Geld zu leihen. Witte legte ausführlich die Gründe dar, die ihn hinderten, die Emanzipation der Juden gleichzeitig mit der Besserstellung der Sektierer und Andersgläubigen durchzusetzen. Die Behörden, sagte er, würden keine derartige Reiorm durchgeführt haben, und ein Versuch hätte nur eine noch stäikere Gegenströmung hervorgerufen. Deshalb habe er die ganze Frage der Volksvertretung überlassen, die noch in diesem Jahre einberufen werden würde. Wien. (Der VII. Zionistenkongress) hat Ende Juli in Basel stattgefunden. Die aus den russischen Delegierten bestehende Mehrheit verwarf das Anerbieten der britischen Regierung, eine autonome Ansiedlung in üsiafrika zu schaffen, unter den heftigsten Protesten der Territorialisten, die unter Führung Zangwills standen. Das Ergebnis des Kongresses ist eine Spaltung der Zionisten in zwei Parteien, die einander heftig befehden. — Zum Präsidenten des grossen Aktionskomitees wurde D. Wolffsohn gewählt. — Aus Amsterdam wird gemeldet: Die Zionisten haben sich mit der holländischen Regierung ins Einvernehmen gesetzt zwecks Erwerbung von Surinam. Die holländische Regierung soll sich bereits erklärt haben, pachtweise ein grösseres Gebiet abzutreten. Bereits vor längerer Zeit bestand in Surinam eine grosse jüdische Kolonie. — Selbstverständlich kann es sich hier nur um eine Aktion der Territorialisten handeln, da die Hauptgruppe jede Ansiedlung ausserhalb Palästinas entschieden verwirft.

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