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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1905-06-01 · 6/7 (Juni/Juli 1905) · p. Seite 24

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
17 (1905)
Issue
6/7 (Juni/Juli 1905)
Date
1905-06-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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24 Vorhaben ab. In der folgenden Nacht begab sich Rachel Scheer aus Furcht vor einem neuerlichen Ueberfalle in das Haus ihres Oheims, des Wirtshausbesitzers Jakob Scheer. Um 12 Uhr nachts erschienen die Bauern abermals, rissen das notdürftig bekleidete Mädchen aus dem Bette und führten es mit Gewalt hinweg. Ueberdies raubten sie 600 Kronen bar und einige Einrichtungsstücke. Das Mädchen wurde in das Krychower Kloster bei Zolkiew gebracht. Nach dem uns vorliegenden Berichte hat den Anschlag der Gemeindevorsteher von Cetula angezettelt. Wir haben in einer Eingabe an das Justizministerium die energische Verfolgung und Bestrafung der Räuber und die Rückstellung des Mädchens in das Elternhaus verlangt. * * * Ein kaum 17jähriges Mädchen aus Halicz hat am 8. Juli d. J. das Elternhaus heimlich verlassen und ist auf Zureden eines dort stationierten Feldwebels mit diesem nach Krakau gefahren, wo es im Kloster der Felicianerinnen Aufnahme fand. Der trostlosen Mutter — eine Witwe — wurde nur ein einziger Besuch bei der Tochter gestattet und sie konnte mit derselben nur in Gegenwart der Oberin des Klosters sprechen. Eine zweite Besprechung mit der Tochter wurde verweigert, obwohl sie sehr weit von Krakau wohnt und ihr Kind nicht so bald wird wiedersehen können. Herr Dr. Rafael Landau in Krakau hat namens der Mutter und des Mitvormundes ein Gesuch an das Bezirksgericht Halicz wegen Zurückstellung des Kindes ins Elternhaus gerichtet und eine Strafanzeige wegen Entführung einer Minderjährigen an die Staatsanwaltschaft in Stanislau erstattet. * * * _ Dem Henzel K e i s e r, Gastwirt in Busowice bei Alt-Sambor, ist seine verlobte, 19 Jahre alte Tochter Sprinze am 15. Februar d. J., 3 Tage vor der angesetzten Hochzeit, mit dem christlichen Nachbarn, Kaufmann Karl Morgenthal, durchgebrannt, ohne dass er durch 5 Monate, trotz grösster Anstrengung und Aufopferung erfahren konnte, wo sie sich eigentlich aufhält. Durch Zufall erfuhr er vorige Woche, dass sie sich in Biala aufhalte, bereits im April d. J. zum katholischen Glauben übergetreten sei und in den nächsten Tagen den Entführer heiraten solle. Er kam nun nach Biala, aber alles Suchen war vergebens, sie war auch nicht zu finden und auch polizeilich nicht gemeldet. Unter Intervention des Bialaer Kaufmannes Herrn P. und durch besonders tüchtiges Eingreifen der dortigen Polizei ist es endlich gelungen, ihrer habhaft zu werden und sie zur Polizei zu überstellen. Der Amtsvorstand des Magistrates hat sich der Sache besonders angenommen, weil der Vater eine gerichtliche Erledigung vorwies, welche sämtliche Behörden anweist, ihm bei Aufsuchen

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