Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 17 (1905)
- Issue
- 6/7 (Juni/Juli 1905)
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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21 angelegenheit betraut, welches die ihm übertragene Aufgabe gelöst hat. Bei Ausführung dieses Baues wurde darauf Bedacht genommen, dass derselbe einen entsprechenden Fest- und Betsaal, ebenso die nötigen Ubikationen für die Gemeinde- und Rabbinatskanzlei enthalte; die Souterrainlokalitäten wurden so angelegt, dass dieselben an den israelitischen Freitischverein vermietet werden können; die Wohnungen in den einzelnen Stockwerken wurden als Naturalwohnungen für den jeweiligen Rabbiner und Oberkantor der Gemeinde bestimmt; ebenso wurde eine Wohnung nach den Wünschen des Humanitätsvereines B'nai-Brith adaptiert, welcher schon bei Beginn des Baues sich als Mietpartei gemeldet hatte. Der Bau wurde nach den Plänen der Architektenfirma Lindner & Schreyer in Wien, durch den Architekten Herrn Carl Korn in Bielitz ausgeführt und sind bei Vergebung der einzelnen Professionistenarbeiten die hiesigen jüdischen Gewerbetreibenden nach Möglichkeit berücksichtigt worden. Der Bau wurde im Mai 1904 begonnen und geht soeben seiner Vollendung entgegen. Zur Erwerbung des Grundes wurden die vorhandenen Mittel der Kultusgemeinde verwendet, das Baukostenerfordernis erscheint durch ein von der Bielitzer Sparkassa bewilligtes amortisierbares Darlehen gedeckt. Bielitz, im Mai 1905. Mitteilungen der „Oesterreichisch-Israelitischen Union". Der „Unionkalender". Antangs August ersciieint der neue Jahrgang (5666 1905/6) des von der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" herausgegebenen „Kalenders für Israeliten". Auch dieser Jahrgang weist wesentliche Verbesserungen und Ergänzungen auf. Dem kalendarischen Teile wurde die grösste Sorgfalt gewidmet und im schematischen Teile waren wir bemüht, die möglichste Vollständigkeit und Aktualität der Daten, betreffend die österreichisch-ungarischen Kultusgemeinden, ihrer Vorstehungen, Funktionäre und rituellen Institutionen, zu überreichen. Ebenso wurde auch diesmal dem jüdischen Vereinswesen die grösste Aufmerksamkeit zugewendet. Das Verzeichnis aller in Oesterreich erscheinenden jüdischen Zeitungen wurde vervollständigt. Der literarische Teil bringt eine interessante Studie über den Zusammenhang der jüdischen Monatsnamen mit religiösen Vorstellungen aus der Feder des ausgezeichneten Talmudkenners Leopold Mandl, ferner eine spannende Erzählung aus dem jüdischen Auswandererelend.