Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 17 (1905)
- Issue
- 5 (5.1905)
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 43 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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43 Soldaten gedeckt, mit Recht sehr gefürchtet. So war einmal Josua, dessen Heer aus Fussgängern bestanden, beim Herannahen einer so ausgerüsteten grossen Feindesschar sehr verzagt und nahe daran, mutlos zu werden. Diese Mutlosigkeit hat ihm die Verheissung entrissen, dass es ihm gelingen werde, auch der so gefürchteten feindlichen Waffengattung Meister zu werden und zwar durch Lähmung der Pferde und Verbrennung der Wagen. Das geschah wohl nicht während der durch einen Ueberfall gewonnenen Schlacht, aber während der darauf, geführten Kämpfe bei der Verfolgung; in den Gefechten bei Misrevoth Majim, Zidon und bei Mizpah. Krieg und Tierschutz sind leider unverträgliche Begriffe; was für Leiden werden gegenwärtig den armen Pferden in der Mandschurei zugefügt! Die Feldherren des alten Israel waren sehr darauf bedacht, die Bodenbeschaffenheit ihres Gebirgslandes so gut als nur möglich auszunützen. Wo sich Gelegenheit geboten, wurde der Feind von den Gebirgen aus angegriffen, die Gebirge waren die Zufluchtstätten beim Herannahen des Feindes und nach verlorener Schlacht und erst, wenn man die Gegner in die Flucht geschlagen, verfolgte man sie in der Ebene; auf Angriffe auf flachem Boden Hess man sich selten ein, weil dort in der Regel die Masse der Streiter entscheidet und diesbezüglich die Feinde fast immer im Vorteile waren. Die vielen im Gebirgskriege erfochtenen Siege der Hebräer haben sogar zu einer Zeit in der heidnischen Welt die Meinung hervorgerufen, dass ihre Götter Gebirgsgötter seien und ihnen darum nicht im Gebirge^ dafür aber desto eher in der Ebene beizukommen sei. (I Könige K. 20. 23.) Für diese Art Kriegführung waren nur Fusstruppen, nicht aber die damals von anderen Völkern viel gebrauchten Streitwagen verwendbar und auch Reiter nur wenig zu brauchen. Streitwagen konnten sogar in den unwegsamen Gegenden, welche die Hauptstützpunkte gebildet, oder in der Ebene durch unzulängliche Deckung zu ungünstigen Entscheidungen, ja sogar zu Katastrophen führen, darum hat man solche auch, wenn man sie aus Feindeshand erbeutet, nur wenig und selten für Kriegszwecke verwendet. Auf das ist es zurückzuführen, warum der König David von 1000 oder nach einem andern Schlachtberichte von 1600 Streitwagen, die er von den Syriern erbeutet hatte, alle bis auf 100 ungangbar und somit unbrauchbar machen Hess. Was ihm dazu bewogen, war die Besorgnis, dass sich diese Waffengattung in Israel einbürgern und, von einem ihm folgenden Feldherrn gebraucht, unheilvoll werden könnte. Rechew heisst Wagen und dasselbe Wort wird für Kriegswagen gebraucht. In Josua Kap. 17, 16 ist von Rechew barsei, von eisernen Kriegswagen, die Rede, vor welchen die Hebräer einen grossen Respekt hatten, weil man sie nicht durch Feuerbrände zerstören konnte; eiserne Pferde hätten kaum was ausrichten können. Das Wort