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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1905-05-01 · 5 (5.1905) · p. Seite 32

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
17 (1905)
Issue
5 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
Seite 32 (sequence 32)
Language
German
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32 Schlage zu Boden stürzen, sind immer noch mehrere, oft 10 bis 12 Schläge und darüber erforderlich, um sie bewusstlos zu machen. Ich habe es wiederholt gesehen, dass von zwei Rindern, welche gleichzeitig, das eine nach jüdischem Ritus, das andere durch Stirnschlag, getötet werden sollten, das erste bereits eine geraume Zeit tot war, als das zweite unter fortgesetzten Betäubungsversuchen noch lebte und vor Schmerzen stöhnte. Es hat mit dieser Art, zu betäuben, seine eigene Bewandtnis; ihr Gelingen ist stets zweifelhaft, sie ist deshalb nicht so zu empfehlen, als leider vielfach geschehen ist. Sehr häufig bemerkt man, dass die scheinbar erschlagenen, ruhig am Boden liegenden Tiere bei der Applikation des Bruststiches heftig zusammenzucken, ähnlich, wie dies bei der Applikation des Halsschnittes beobachtet worden ist; alsdann liegen die Tiere bis gegen das Ende der Verblutung ruhig, wo dann — ebenfalls wie beim Schächten — mehr oder weniger heftige Convulsionen eintreten. Es vollzieht sich hiernach das Sterben der sogenannten betäubten Tiere beinahe in derselben Weise, wie bei den nichtbetäubten''7). Da den Kenntnissen und Erfahrungen eines Direktors der städtischen Fleischbeschau in Berlin, wo es sich um sein ureigenes Gebiet handelt, die Meinung eines Magistratsdirektors vernünftiger Weise nicht gegenübergestellt werden kann, würden wir Herrn Dr. Hartwig einen lächerlichen Dienst erweisen, wenn wir seine Mitteilungen gegen die Aeusserung des Herrn Preyer verteidigen wollten. Ungleich wichtiger ist es uns, die weiteren Ausführungen des Herrn Berichterstatters Dr. Krenn ins rechte Licht zu stellen. Er hat im Gemeinderate unter anderem gesagt: ,.Dass über das Bewusstsein des Tieres Kontrollproben gemacht wrurden. Es sei wahrgenommen worden, dass 15 bis 20 Minuten bis zur vollständigen Blutleere des Gehirnes verstreichen. Wenn auch die grossen Halsschlagadern durchschnitten werden, so fliesse noch immer durch die vertikale Arterie des Rückenmarks (Er meint wohl die Arteria basilaris, die zu einer Arterie vereinigten Vertebralarterien) Blut genug in das Gehirn, um das Tier noch längere Zeit bei Bewusstsein zu erhalten, und kein Physiologe der Jetztzeit würde ein solches Gutachten abgeben, wie es noch vor 12 bis 20 Jahren von hervorragenden Autoritäten abgegeben wurde." Wie doch die Ansichten der Menschen in dieser von Wahrheit und Ssheinwahrheit umstrittenen Welt verschiedene Gestaltungen annehmen! Vor kaum elf Jahren hat Herr Dr, Dembo8), 7) Bei dem sogenannten Stirnschlag pflegt es auch vorzukommen, dass über die Stirne hinüber geschlagen wird, wodurch eine Verletzung erfolgt, die i ähmung herbeiführt, welche in Bezug auf das Empfindungsvermögen so täuscht wie der Genickstich. 8) Der ausgezeichnete Gelehrte hat sich durch den Nachweis, dass der Genickstich eine sehr arge Quälerei ist und durch die Zerstörung der Illusion, dass jedwede Verletzung des Gehirns schon Herbeiführung von Bewusstlosig-

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