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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1905-05-01 · 5 (5.1905) · p. Seite 7

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
17 (1905)
Issue
5 (5.1905)
Date
1905-05-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 häufig einzelne Personen verschwinden und dass unter dem Fussboden der Synagoge Menschenknochen gefunden worden seien. Das genannte Blatt wurde von der Brünner Staatsanwaltschaft subjektiv verfolgt und der Redakteur desselben wegen Verbreitung unwahrer, beunruhigender Gerüchte zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. In Kamenicek bei Hlinsko wurde die Leiche eines 17jährigen Mädchens mit durchschnittenem Halse aufgefunden. Als Mörder wurde der 2%jährige christliche Weber Anton T 1 u s t y verhaftet, der die Bluttat auch eingestand. Charakteristisch ist der Umstand, dass bei Auffindung der Leiche der Mörder selbst zugegen war und das Verbrechen mit dem Hinweise auf den Halsschnitt als Ritualmord darzustellen suchte. Als eine lehrreiche Aufhellung der Geheimnisse der Ritualmordfabrikation darf die Affair e von Zmigrod gelten, weiche uns in allerjüngster Zeit beschäftigte. Ein 14jähriges Mädchen, das bei einem Bauer in Mytarz bei Zmigrod bedienstet war, entfernte sich Sonntag den 19. März um 8 Uhr früh aus dem Hause mit dem Bemerken, dass sie zur Kirche nach Zmigrod gehe und Mittag zurück sein werde. Sie kam jedoch erst um 6 Uhr abends in grosser Erregung, ohne Schuhe und Umhängtuch und mit dem Rufe: „Die Juden in Zmigrod haben mir Gewalt angetan!" nachhause. Auf Befragen ihres Dienstherrn erzählte sie, dass sie auf dem Wege zur Kirche von einem Haufen Juden überfallen und in das Haus des 70jährigen Essigmachers Josef Z i m e t geschleppt worden sei, dort sei sie mit zwei alten, bärtigen Juden in einem Zimmer allein geblieben und man habe sie gezwungen, die Schuhe auszuziehen und sich niederzulegen. Sie habe Angst bekommen und es sei ihr unter einem Vorwande gelungen, das Freie zu gewinnen und nachhause zu entfliehen. In einer späteren Aussage erklärte dann das Mädchen, dass sie von Mytarz nicht nach Zmigrod, sondern in ein entferntes Dorf zu ihrer Mutter gegangen und erst nachmittags um halb 3 Uhr von den Juden in Zmigrod überfallen worden sei. Auf Grund dieser Aussagen verfügte der Bezirksrichter die Verhaftung des Josef Zimet und dessen Frau, des Sender Zimet und dessen Frau und der 20jährigen, ledigen Tochter des Josef Zimet. Da zur selben Zeit zehntägige Missionspreligten der Franziskaner in der Zmigroder Kirche begannen, zu welchen das Landvolk zusammenströmt, drohten arge Exzesse gegen die Zmigroder Juden auszubrechen. Unser Präsidium hat sofort veranlasst, dass das Ministerium des Innern auf telephonischem Wege die notwendigen Vorkehrungen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung anordne, und gleichzeitig zur Feststellung des Tatbestandes unseren Sekretär nach Zmigrod entsendet. Nach den Erhebungen unseres Delegierten, welche durch die gerichtliche Untersuchung bestätigt wurden, konnte das Mädchen auch nachmittags nicht von den Zmigroder Juden überfallen worden sein,

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