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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1905-04-01 · 4 (4.1905) · p. Seite 35

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
17 (1905)
Issue
4 (4.1905)
Date
1905-04-01
Page
Seite 35 (sequence 35)
Language
German
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35 Generalversammlung des Hauptvereines in Wien wurde der Obmannstellvertreter Herr Emil Baruck, Vorsteher der Kultusgemeinde Marienbad gewählt. Die Wahlen in die Ortsgruppe ergaben folgendes Resultat: Obmann: J. U. Dr. Josef Steiner, Advokat; Obmannstellvertreter: Emil Baruch, Hotelbesitzer, Vorsteher der Kultusgemeinde; Schriftführer: Phil. Dr. Goldberger, Rabbiner; Schriftführerstellvertreter: Heinrich Goldmann, Kaufmann; Kassier: Siegmund Schneider, Kaufmann, Obmann des Handelsgremiums; Kassierstellvertreter. Siegfried Fischl, Hausbesitzer. Auf Antrag des Vorstandes wird die Anzahl der Beiräte mit Rücksicht auf die gesteigerte Mitgliederzahl um einen männlichen und zwei weibliche Beiräte vermehrt. Zu Beiräten wurden gewählt: 1. Für Marienbad: Franz Beck, Kaufmann; Hugo Fleischner. Fleischhauer; Paul Löwenthal, Weinhändler; Max Stingl, Kaufmann; Frau Ida Beck und Frau Rosa Stingl. 2. Für Königswart: Wilhelm Löwy, Kaufmann, Vorsteher der Kultusgemeinde Königswart. 3. Für Dürrmaul: Siegmund Doktor, Kaufmann, Vorsteher der Kultusgemeinde Dürrmaul. 4. Für Tepl: Siegfried Buxbaum, Kaufmann, Vorsteher der Kultusgemeinde Pauten-Tepl. 5. Für Plan: Albert Kraus, Kaufmann, Vorsteher der Kultusgemeinde Kuttenplan-Plan. 6. für Tachau: der Vorsteher der Kultusgemeinde. Mit Dankesworten für die Tätigkeit der Vorstandsmitglieder fand die Versammlung, da keine weiteren Anträge vorlagen, ihrem Abschluss, indem der Obmann die Anwesenden zur weiteren regen Mitarbeit für die leidenden Brüder in Galizien einlud. BielltZ. (Vortrag über Rechtsschutz für Juden.) Im Zauner'schen Saale hielt Samstag den 18. d. M. der Sekretär der „Oesterr,- Israelitischen Union", Herr Siegfried Fleischer aus Wien, einen Vortrag über die Rechtsschutztätigkeit dieser grossen Vereinigung. Der Vorsitzende, Herr S. Tugendhat, begriisste mit warmen Worten die gut besuchte Versammlung, an der auch Vertreter der Schwestergemeinde Biala-Lipnik sowie Damen teilnahmen und verwies in seinen einleitenden Bemerkungen auf die grossen Verdienste, die sich die „Oesterreichisch -Israelitische Union" um die Verteidigung der kostbarsten Rechtsgüter der österreichischen Juden erworben. Der Vortragende entrollte sodann in 1'^ständiger Rede ein anschauliches Bild von den mannigfach verzweigten Agenden des Rechtsschutzbureaus und dem energischen Kampfe, den dieses Bureau gegen jede Art von Unrecht und Gesetzwidrigkeit führe. Zum Schlüsse forderte der stürmisch akklamierte Redner zu treuem Ausharren beim Vereine und zu eifriger Werbung neuer Mitglieder auf. — An den Vortrag schloss sich eine längere Diskussion, in welcher Herr Dr. Blum den zionistischen Standpunkt vertrat, die erspriessliche und rastlose Tätigkeit der „Union" aber rückhaltlos anerkennen musste Herr Dr. Haas trat den Ausführungen des zionistischen Redners entgegen und wendete sich insbesondere gegen die Form, die dem verehrten Gaste gegenüber beliebt wurde. Nach einer überaus wirksamen Entgegnung des Sekretärs Fleischer, in welcher derselbe das genau abgegrenzte Arbeitsgebiet der „Union" und des Zionismus an einem glücklichen Beispiele zeigte, mahnte Herr Tugendh at in seinem Schlussworte, die Waffen scharf zu halten, da die Zukunft für die österreichische Judenschaft noch viel grössere Gefahren berge als die Gegenwart. Der Zionismus werde uns aus diesen Gefahren nicht erretten, wohl aber gebühre der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" das grosse Verdienst, alle verfügbaren Kräfte für diesen Existenzkampf gesammelt zu haben und weiter zu sammeln. Darum müsse jeder Jude, der Sinn und Verständnis für die Bedeutung der staatsbürgerlichen Rechte besitze, diesem Vereine beitreten. Mit Dankesworten an den Vortragenden schloss der Vorsitzende die Versammlung. Berlin. Der im Frühjahr 1904 begründete „Verband der Deutschen Juden", dem nunmehr fast ausnahmslos alle grösseren jüdischen Gemeinden und sonstigen Verbände beigetreten sind, hat in Berlin einen ständigen Ausschuss gebildet. Die Tätigkeit des letzteren erstreckt sich unter anderem auf Wahrung der Rechte der Juden bei der für Preussen vorbereiteten Schulreform; ferner ist eine im ganzen Reiche veranstaltete Umfrage im Gange über Zurücksetzungen.

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