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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1905-04-01 · 4 (4.1905) · p. Seite 34

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
17 (1905)
Issue
4 (4.1905)
Date
1905-04-01
Page
Seite 34 (sequence 34)
Language
German
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34 sehen Sätzen ihre Vorläufer gefunden und der bei Charakterisierung des jüdischen Stammes, dessen Bedeutung nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für die Gegenwart und Zukunft gerecht gewürdigt, weshalb es Sache der Juden bleibt, durch Festhalten an der übernommenen Sittenlehre sich auch in aller Folge dieses Urteils wert zu zeigen. Der ungemein fein pointierte, freie Vortrag, dessen überreiches Thema sich in einstündiger Behandlung auch nicht annähernd erschöpfen lässt, wusste das Spröde des Vortragsstoffes mit kundiger Hand zu meistern und der lebnafte Beifall der trotz kollidierender Veranstaltungen zahlreichen Zuhörerschaft brachte den spontanen Dank für die ungemein lehrreichen und feingeistigen Ausführungen zum beredten Ausdrucke. Bei dem anschliessend an den Vortrag im „Hotel Bristol" veranstalteten Gesellschaftsabende begrüsste der Vereinsobmann Herr kais. Rat F a 1 k o w i c z den Gast mit einer das Vortragsthema äusserst sinnreich paraphrasiereuden Ansprache, auf die Herr S. Frankfurter in längerer, eine willkommene Ergänzung zu seinem Vortrage bildenden Bede in launigster Weise erwiderte, während von den übrigen Tafelrednern, den Herren Prof. K i s c h, Prof. Reiter, Dr. B r a n d e i s und Dr. W e 11 s c h, verschiedene aktuelle Themen berührt und die anwesenden Damen und Ehrengäste akklamiert wurden, so dass der Geselligkeitsabend, der erst um die Mitternachtsstunde schloss, nachhaltig wirkende Eindrücke hinterliess. Prag. (Die Erklärung der Konfessionslosigkeit ist kein Religions Wechsel.) Der Karlsbader Arzt Dr. Hugo Stark erstattete im Jahre 19(J i der politischen Behörde die Anzeige, dass er aus dem Judentum austrete und sich konfessionslos erkläre. Gleichzeitig meldete er auch die Konfessionslosigkeit seiner beiden damals noch nicht sieben Jahre alten Kinder an. Die Statthalterei und später das Ministerium für Kultus und Unterricht nahmen den Austritt Dr. Starks zur Kenntnis, verweigerten jedoch die Kenntnisnahme des Austritts der beiden Kinder mit der Motivierung, dass die Konfessionslosigkeitserkläiung kein Religionswechsel im Sinne des Gesetzes sei. Dagegen richtete sich eine Beschwerde, die Dr. Stark an den Verwaltungsgerichtshof erhob und über die unter dem Vorsitz des Grafen Schönborn verhandelt wurde. Die Beschwerde wurde abgewiesen. Marienbad- (Ortsgruppe des galizi sehen Hilfsvereines.) Am 19. März fand in Leitners Haus die ordentliche Generalversammlung der Ortsgruppe Marienbad des Hilfsvereines für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien statt. Der Obmann Herr J. U. Dr. Josef Steiner, Advokat hierselbst, erstattet den Jahresbericht, der einen erfreulichen Ueberblick über die Tätigkeit der Ortsgruppe im abgelaufenen Jahre bot. Im Laufe des Winters fanden zwei Vortragsabende statt. Am 26. November 1904 sprach der Vereinssekretär Herr Dr. Wilhelm L ö w y, Magistratssekretär i. R. aus Wien, über ,.Ziele und Zwecke des galizischen Hilfsvereines", am 5. Jänner 1905 Herr Rabbiner Dr. Ziegler aus Karlsbad über „jüdische Propaganda im griechischrömischen Reiche". Beide Vorträge waren sehr gut besucht und erfreuten sich lebhaften Beifalls. Die Anzahl der Mitglieder ist auf 77 gestiegen; insbesonders haben mehrere Frauen ihren Beitritt angemeldet. Auch die israelitische Kultusgemeinde Marienbad ist der Ortsgruppe als Mitglied beigetreten. Aus dem Kassabericht des Kassiers Herrn Siegmund Schneider, Obmann des Handelsgremiums hierselbst, geht hervor, dass in diesem Jahre 225 K an die Zentrale in Wien abgeführt wurden und dass der derzeitige Kassastand 134 K 22 h beträgt. Schriftführer Herr Rabbiner Dr. Goldberger bringt die Protokolle der letzten Generalversammlung, sowie der stattgefundenen Vereinsabende zur Verlesung und verweist darauf, dass durch die Diskussion nach dem Vortrage des Herrn Dr. Löwy, an welcher Herr Dr. Lang und der Schriftführer sich beteiligten, der Antrag der letzten Generalversammlung betreffend die Heranbildung von Dienstboten durch den galizischen Hilfsverein, gegenstandlos, resp. diesbezügliche Anfragen beantwortet worden sind. Sämtliche Berichte werden mit Beifall genehmigt: ebenso wird der Rechnungsausweis der Zentrale zur Kenntnis genommen. Zum Delegierten für die

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