Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 17 (1905)
- Issue
- 4 (4.1905)
- Date
- 1905-04-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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a8 vom Kaiser Friedrich gesprochenen Worte zustimmen, dass der Antisemitismus die grösste Schmach unseres von den Ideen der Humanität durchtränkten Zeitalters ist.-- E—1. Mitteilungen der „Oesterreichisch - Israelitischen Union". Wie bereits berichtet, hat Sekretär Fleischer am 9. März d. J. eine mehrwöchentliche Agitationsreise angetreten, welche bis 14. April währte. Unser Delegierter hat hiebei Wandervorträge in Prossnitz, Olniütz, Oswi ecim. Neumarkt (Novytarg), B i e 1 i t z- B i a 1 a, W a d o w i c e, T a r n o w, Rzeszo w, Laneut, B o b r k a, Rohatyn, Podhajce. Tarnopol, Husiatyn, Czortko.w, K o 1 o m e a und S t a n i s 1 a u abgehalten und ferner mit den Kultusvorstehern und A'ertrauensmännern in Krakau, Podgorze Jaslo, Przemysl, Brezany und Czernowitz Meinungsaustausch gepflogen. Herr Fleischer fand in all diesen Orten die herzlichste Aufnahme und hat durch seine Vorträge der „Oesterreichisch-Israelitischen Union" zirka 600 neue Mitglieder zugeführt. Aus unserem Rechtsschutz- und Abwehr-Bureau. Ein Ostermärchen. (Zu den Geheimnissen der Ritualmordfabrikation.) Die 14jährige Katharina Tabak, die bei dem Bauer Jakob Bäl in Mytarz bei Zmigrod (Galizien) bedienstet war, entfernte sich Sonntag, den 19. März um 8 Uhr früh aus dem Hause mit dem Bemerken, dass sie zur Kirche nach Zmigrod gehe und Mittag zurück sein werde. Sie kam jedoch erst um 6 Uhr abends in grosser Erregung, ohne Schuhe um Umhängtuch und mit dem Rufe: „Die Juden in Zmigrod haben mir Gewalt angetan!" nachhause. Auf Befragen ihres Dienstherrn erzählte sie, dass sie auf dem Wege zur Kirche von einem Haufen Juden überfallen und in das Haus des 70jährigen Essigmachers Josef Zimet geschleppt worden sei. Dort sei sie mit zwei alten bärtigen Juden in einem Zimmer allein geblieben und man habe sie gezwungen, die Schuhe auszuziehen und sich niederzulegen. Sie habe An^st bekommen und es sei ihr unter einem Vorwande gelungen, das Freie zu gewinnen und nachhause zu entfliehen. In einer späteren Aussage erklärte dann das Mädchen, dass sie von Mytarz nicht nach Zmigrod, sondern in ein entferntes Dorf zu ihrer Mutter gegangen