Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 16 (1904)
- Issue
- 6/7 (Juni/Juli 1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 32 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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32 gewählt, respektive eingeladen: Doktor Edmund K o h n, Dr. Wilhelm Löwy. Dr. A. Ascher, kaiserl. Rat Lieben, Professor Dr. Ehrmann. Baurat S t i a s s n y, Dr. Adler, Dr. P. Weisengrün, Dr. A. K a m i n k a, Siegfried Fleischer, Dr. N. Birnbaum, Dr. W eissenstein, Rabbiner Dr. G r u n w a 1 d. Prof. Dr. F e i 1 b o g e n, Dr. J. S a d g e r, Dr. Frankfurter, Dr. H o 1 z m a n n, Dr. Wilhelm Pappenheim, Dr. E. F. W e i s 1, Dr. Salomon Krenberge r, Gabriel Engelsmann, Dr. J. Bloch, Doktor E. M. Zweig. Dr. Siegm. Werner, Dr. J. Löwy. Der Vorstand, welcher die Vertreter sämtlicher jüdischen Organisationen Wiens und aller jüdischen Parteien, sowie eine Reihe wissenschaftlich qualifizierter Kräfte umfasst, wird sich in Sektionen teilen. Marienbad. (G alizische r Hilfsverein) Vor Kurzem fand hier in Leitners Haus „Zufriedenheit" die statutenmässige Generalve; Sammlung der Ortsgruppe Marienbad des galizischen Hilfsvejeines statt. Der Obmann Herr Advokat Dr. jur. Josef Steiner berichtete über die Tätigkeit der Zentrale Wien, sowie über die der Ortsgruppe seit ihrem Bestehen (gegründet Dezember 1903), der es gelungen ist, den Mitgliederstand bedeutend zu erhöben. Die Werbung von neuen Mitgliedern wird als Hauptaufgabe die Ortsgruppe auch weiterhin lebhaft beschäftigen. Obwohl wegen lokaler Verhältnisse Wanderversammlungen in auswärtigen Gemeinden nicht durchzuführen waren, konnten doch einzelne Mitglieder von auswäJts gewonnen werden, so aus Dürrmaul, Königswart, Plan und Tepl. Der Bericht des Obmannes wie auch der des Kassiers wurden beifällig zur Kenntnis genommen. Hierauf gelangten folgende Anträge des Vorstandes einstimmig zur Annahme: 1. die Zentrale Wiens zu ersuchen, in Galizien Dienstboteüschulen zu errichten, deren Zöglinge geeignet sein sollen, auch ausserhalb Galiziens Stellungen anzunehmen. 2. den Vorstand durch Beiräte zu verstärken. Bei den hierauf erfolgten Wahlen wurde der bisherige Vorstand per Akklamation einstimmig wiederferner für Marienbad 3, für jede auswärtige Gemeinde, die in der Ortsgruppe vertreten ist. je ein Beirat gewählt. Demnach besteht I. der Vorstand aus den Herren Dr. jur. Josef Steiner, Advokat, Obmann; Emil Baruch, Hotelier, Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde, Obmann-Stellvertreter; Rabbiner Dr. Phil. Goldberger, Schriftführer; Karl Kohu Kaufmann Schriftführer-Stellvertreter; Sigmund Schneider, Kaufmann U.Hausbesitzer, Kassier; Siegfried Fischl, Hausbesitzer, Kassier-Stellvertreter. II. Beiräte sind: für Marienbad: die Herren Franz Beck, Heinrich Goldmann, Max Stingl; für Dürrmaul: Doktor Sigmund; für Königswart: Wilhelm Löwy; für Pinn: Albert Kraus; für Tepl: Siegfried Buxbaum. An den geschäftlichen Teil schloss sich ein Vortrag des Schriftführers Rabbiner Dr. Goldberger über Ziel, Zweck und Mittel des Zionismus, der die Grundzüge der bisher hier wenig gekannten Beweguug in grossen Zügen darlegte und reichlichen Beifall erntete. Nachdem der Obmann dem Vortragenden den Dank ausgesprochen, folgte noch ein gemütliches Beisammensein, das die zahlreich anwesenden Männer und Frauen bis zur Mitternachtsstunde vereinte. Die Ortsgruppe Marienbad des Galizischen Hilfsvereins wird im Sommer ihre Werbetätigkeit unter den vielen hier die Kur gebiauchenden Glaubensgenossen fortsetzen. KOlomea. (Bauernunruhen in Galizien.) Sehr geehrte Redaktion! In Ihrer letzten Mouatschrift findet sich unter obiger Uebeischritt eine Notiz, nach welcher es auch in Kolomea Unruhen gegeben haben soll. Sie scheinen hier durch anfängliche Berichte mancher Tageshlätter irregeführt worden zu sein. Selbst die Unruhen in Z a b i e und K u t y sind meines Wissens zumindest sehr stark übeitrieben worden. Von Unruhen in Kolomea ist diesmal jedoch Gott sei Dank keine Spur und ich bitte im Interesse der guten Sache, der Sie dienen, jene unrichtige Meldung in geeigneter Webe zu berichtigen. (Wir danken unserem Vertrauensmann in Kolomea herzlichst für diese willkommene Aufklärung. — Die Redaktiou.)