Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 16 (1904)
- Issue
- 6/7 (Juni/Juli 1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9756662-9603068-9603151--1022-9603182- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
31 Gremiums der Wiener Kaufmannschaft wurde unter lebhaften Beifallskundgebungen einstimmig folgende Resolution angenommen: „Die Plenarversammlung der Gremialrepräsentanz vom 1. Juli 1904 als gesetzlich berufene Vertretung der Wiener Kaufmannschaft erhebt Einspruch gegen die weitere Belassung des bisher als behördlicher Kommissär des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft fungierenden magistratischen Beamten und fordert von den hohen Behörden dessen alsbaldige Abberufung. Die Gremialrepräsentanz findet sich in ihrer Würde verletzt durch einen behördlichen Funktionär, welcher so sehr die erste Beamtenpflicht ausseracht gelassen hat, dass er gerichtlich seiner prononzierten Parteileidenschaft überwiesen und verurteilt werden musste. Die Gremialrepräsentanz erwartet von den Behörden, dass dieselben das Ansehen des Gremiums, als einer der grössten und hervorragendsten wirtschaftlichen Korporationen des Reiches, ebenso zu schützen sich bereit finden werden, als die Repräsentanz berufen ist, dieses zu wahren." Gleichzeitig wurde beschlossen, gegen die fernere Belassung Demel's als Genossenschafts-Kommissär eine Beschwerde an die k. k. Statthalt er ei als GewerbBehörde zweiter Instanz zu lichten. Wien- (Organisation der jüdischen Statistik in Oesterreich.) Aehnlich wie die Judenheit anderer Länder, Deutschland und England voran, haben nun auch die Juden Oesterreichs unter Leitung massgebender Kreise der Wiener Gemeinde die Urganisation ihrer Statistik auf moderner Grundlage in Angriff genommen. Im Namen der österreichischen Mitglieder des Kuratoriums des allgemeinen „Verbandes für jüdische Statistik" lud Dr. Edmund Kohn die Vertreter der namhaftesten jüdischen Vereinigungen zu einer Sitzung ein, welche Mittwoch den 11. Mai im Zeremoniensaale der israelitischen Kultusgemeinde zu Wien stattfand und die Gründung eines Bureaus für jüdische Statistik in Oesterreich zum Zwecke hatte. Nachdem Dr. Armand K a m i n k a zur Führung des Protokolls berufen worden war, schilderte der Vorsitzende in seiner Eröffnungsansprache die Entwicklung der erst seit kurzem bestehenden, aber bereits über die ganze Welt ausgedehnten Organisation für jüdische Statistik und forderte die Anwesenden auf, das so zeitgemässe und aus so vielen Gesichtspunkten unerlässliche Werk in Oesterreich aufzunehmen. Hierauf ergriff der aus Berlin eingetroffene Vorsitzende des Verbandes für jüdische Statistik, Dr. Alfred N o s s i g, das Wort zu einem Referat, in welchem er auf die praktische Bedeutung der jüdischen Statistik hinwies und den Orgauisations-, sowie den Arbeitsplan des zu gründenden Bureaus entwickelte. Mit Nachdruck hob der Referent hervor, dass die statistische Organisation nur im engsten Anschluss an die offiziellen Vertretungen der jüdischen Gemeinden sich wirklich gedeihlich entwickeln könne. Nach dieser fast einstimmigen Befürwortung der Eröffnung statistischer Arbeiten trat man an die Organisierung des jüdisch-statistischen Bureaus für Oesterreich im Sinne des Referats von Dr. Nossig heran. Die oberste Leitung, sowie die finanzielle Basierung desselben wurde einem Kuratorenkoliegium anvertraut, welches sich vorläufig aus folgenden Persönlichkeiten zusammensetzt: Oesterreich: Präsident Dr. Alfred Stern, Hofrat Siegmund T a u s s i g, David Ritter v. Gutmann, Oberrabbiner Dr. G ü d e m a n n, Hofrat Prof. Dr. P o 1 i t z e r. Dr. Edmund Kohn, Baurat S t i a s s n y, Prof. Dr. E h rm a n n, Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, Prof. Dr. F. P F i b r a m, Dr. Wilhelm Löwy. — Galizien: Reichsratsabgeordneter Dr. Emil Byk, Reichsratsabgeordneter Dr. Heinrich K o 1 i s c h e r, Samuel R. v. Horovitz, Direktor Moritz Lazarus, Dr. Nathan Löwenstein, Prof. Dr. J. R os e n b 1 a 11. Dr. J. Horowitz. — Böhmen: Dr. Ha in merschlag, Pra». — In den Vorstand des Bureaus, welchem die Exekutive und die wissenschaftliche Leitung der Arbeiten obliegt, wurden nachstehende Herren