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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1904-06-01 · 6/7 (Juni/Juli 1904) · p. Seite 19

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
16 (1904)
Issue
6/7 (Juni/Juli 1904)
Date
1904-06-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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1» beteuerten. Der greise Kaufmann Horszowski und andere Zeugen haben sich während der Exzesse im Judenviertel verborgen gehalten, konnten daher über die Identität der Exzedenten nichts Bestimmtes aussagen. Zeuge Beer bezeichnete den Angeklagten Kostykiewicz als einen der Rädelsführer. Kostykiewicz widersprach mit der Behauptung, er habe an den Ausschreitungen überhaupt gar nicht teilgenommen und zur kritischen Zeit sich in einem anderen Stadtteile aufgehalten. Abraham Eokach, Sohn des Ortsrabbiners, gab an, dass ihm ohne jede Veranlassung der Angeklagte Peter Skrypczuk noch vor Ausbruch der Exzesse einen Schlag ins Gesicht versetzt habe. Die Mehrzahl der geschädigten Juden verzichtete auf Schadenersatz. Gegen den provisorischen GerichtsdienerMazurkiew i c z sagte auch der Zeuge Maser überaus gravierend aus, indem er ihn als Anführer der Exzedenten bezeichnet. Der Angeklagte Mazurkiewicz stellt alles in Abrede und behauptete, dass ihn die jüdischen Bewohner von Uhnow insgesammt hassen. Der Zeuge Löwenkron belastet den Angeklagten L y s i a k, der drei Tage nach den Exzessen dem Löwenkron zugerufen haben soll: „Trolle dich, Jude, dies ist nicht euer Land; wenn das Städtchen nochmals alarmiert werden sollte, werden wir die Juden wie Vieh erschlagen." Der Angeklagte Lysiak erklärte diese Darstellung für unwahr; schliesslich aber, da ihn der von ihm als Entlastungszeuge namhaft gemachte Reszytylo im Stiche liess, gab er zu, es sei möglich, dass er sich so geäussert habe, er sei aber infolge des erlittenen Brandschadens aufgeregt gewesen und von Löwenkron auf der Strasse provoziert worden. Der Angeklagte Michael Skrypczuk, leugnete entgegen den Zeugenaussagen, in Kaufläden der Juden Heringe aus den Fässern herausgeworfen zu haben. Zeuge Riegel deponierte, er habe vom Dachboden, wo er sich infolge der Streifzüge der Exzedenten verborgen hielt, gesehen, wie der Angeklagte Magura grosse Pakete mit Lichtern> die von den Kaufläden desselben Hauses herrührten, auf die Strasse warf und dieselben mit Füssen trat. Es wurde sodann zur Vernehmung des Phöbus Klein geschritten. Sein Vater war während des grossen Brandes vom 2 3. April 1903 in der Nähe der Kirche gesehen worden, und von den Leuten, welche an der Rettungsaktion sich beteiligten, rief einer: „Was hat denn der Jude hier zu tun?" Fernstehende glaubten die Aeusserung zu hören, dieser Jude sei der Brandstifter; sie stürzten sich nun auf ihn, versetzten ihm zahlreiche Schläge und zogen sodann in das Judenviertel. Phöbus Klein erzählte, er habe den Angeklagten Mazurkiewicz, als die Ausschreitungen begannen, gefragt, ob er nicht etwa wisse, wo sein Vater sei. Darauf habe Mazurkiewicz einen grossen Stein

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