Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 16 (1904)
- Issue
- 2 (2.1904)
- Date
- 1904-02-01
- Page
- Seite 27 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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27 einzelne Stadträte vorgebrachten Beschuldigungen unbegründet seien. Gregorig wurde dann aufgefordert, für seine Behauptungen den Beweis anzutreten, insbesondere die „Gaukler" zu nennen, die sich als scheinbare Christlich-Soziale in die Partei schlichen. Da Gregorig hierauf, wie ein offiziöses Kommunique aus dem Rathause mitteilt, nichts zu erwidern wusste und auch jeden Widerruf verweigerte, wurde er, da eine Klage bei Gericht wegen seiner Immunität als Landtags-Abgeordneter untunlich erschien, aus dem Bürgerklub ausgeschlossen. Wien. (Dr. Theodor H e r z 1 in K o m.) Dr. Theodor Herzl wurde in seiner Eigenschaft als Führer der zionistischen Bewegung vor einigen Tagen vom König Victor Emanuel empfangen. Er hatte auch eine Audienz beim Papste, der sich von Dr. Herzl über die Lage und die Verhältnisse der Juden in Bussland und in den anderen östlichen Ländern eingehend unterrichten Hess und seiner Sympathie für die von Dr. Herzl inszenierten Bestrebungen Ausdruck gab. Dr. Herzl hatte überdies Unterredungen mit dem italienischen Minister des Aeussern und dem Kardinal-Staatssekretär Merry del Val. Lemberg. Von Herrn Sigmund Bloomfield, derzeit bei Herrn M. Buber in Lemberg, Kraszewskigasse 13/11, erhalten wir folgende Zuschrift: „ Ich habe meinen ständigen Wohnort in den Vereinigten Staaten von Nordamerika im Staate Wisconsin und weile derzeit hier zu Besuch meiner Familie. Vor einigen Tagen erhielt ich nun von meinem Bekannten Herrn G. A. Krämer, Notar und Grundagent in Eidhart Lake (Wisconsin) einen Brief, dessen Inhalt auch Sie interessieren dürfte, weswegen ich mir erlaube, Ihnen denselben mitzuteilen. Herr Krämer schreibt mir, es wäre im zentralen Teil von Wisconsin, nahe bei Merrill, Lincoln County, sehr schönes Land zu billigem Preise, 10 bis 15 Dollars der Akre, zu bekommen. Das Land eignet sich ausgezeichnet zu Ansiedlungszwecken, da es keine Steine und kein Unkraut, hingegen ziemlich viel ausgezeichnetes Hartholz und gutes Wasser besitzt. Die Eisenbahnverbindungen sind gut und bieten die Möglichkeit leichten Absatzes für die gewonnenen Produkte. Herr Krämer schreibt mir unter Anderem, er hätte dortselbst schon 8 bis 10 russische jüdische Familien getroffen, die sich vor einigen Jahren dort angekauft und angesiedelt haben und mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden sind. Nach Ansicht des Herrn Krämer würden für eine Familie, die sich ansiedeln wollte, 300 bis 500 Dollars genügen, um 40 Akres Land, ein Paar Pferde, Geräte und das zur Erbauung eines Blockhauses erforderliche Material anzukaufen. In der von Landarbeit freien Zeit können die Ansiedler in den nicht weit entfernten Sägemühlen (nördliches Wisconsin) lohnende Beschäftigung finden. Ich glaube, Sie würden ein gutes Werk tun, wenn Sie russische Auswanderer, die sich in Amerika ansiedeln •wollen, auf Zentral -Wisconsin aufmerksam machen wollten, und bin ich gerne bereit, Ihnen über Verlangen mit weiteren Auskünften zu dienen." RzeSZOW. (A u f 1 ö s u n g d e s i s r a e 1 i t i s c h e n Kultusrates.) Mit Erlass vom 16. März 1903 hat die galizische Statthalterei den israelitischen Kultusrat aufgelöst, wogegen der gewesene Obmann desselben rekurrierte. Der Rekurs wurde später zurückgezogen, und die Bezirkshauptmannschaft in